Einmal ums Dorf

Die große Runde

Während meines Türkei-Aufenthalts versuche ich möglichst oft, die „große Runde“ zu gehen. Das bedeutet, einmal am Strand entlang bis nach „karaburun“, das Ende der Bucht. Vor den Hügeln geht die Straße dann links weiter und nach 15 Minuten biegt sie wieder links ab und ich gehe im Landesinneren zum Dorf zurück. Reine Gehzeit ca 1 ½ Stunden.

Als ich vor einigen Tagen die Runde drehte, kam mir dann anschließend in den Sinn, dass es schon erstaunlich ist, was ich bei so einer Runde alles erlebe.

Ich lief also die erste Strecke am Strand entlang und nach 10 Minuten kam ich an einer türkischen Familie vorbei, die im Schatten neben Sträuchern saßen, Tee gekocht hatten und Süßigkeiten dazu aßen. Am Wochenende kommen hier viele Türken zum Strand und schleppen Grill und alles mit.

Die Frau grüßte mich freundlich und als ich auf Türkisch zurück grüßte, wurde ich gleich gefragt, woher ich denn komme. Und im nächsten Atemzug wurde ich schon eingeladen, mich zu ihnen zu setzen oder zumindest etwas zu probieren. Ich war schon 2 Schritte weiter und hatte nach dem langen Arbeiten am PC einen großen Bewegungsdrang. Deshalb bedankte ich mich und lehnte ab – und ging weiter. Nachher habe ich mich über mich geärgert. Die 5 Minuten hätte ich ruhig aufbringen können, es war doch nett gemeint! Und wer weiß, was ich da Leckeres kennengelernt hätte. Auf jeden Fall nette Menschen.

Da war ich wohl wieder sehr deutsch gewesen, hatte um 19 Uhr noch einen Skype-Termin, daher fühlte ich mich schon wieder getrieben. Phhh.

Winken und Grüßen an jeder Ecke

Dann ein Stück über die Straße, da kam ein Transit vorbei – und kurzes Hupen und Winken. Ah, das war Hasan, der mich grüßte. Kurz drauf drehte er und kam winkend wieder vorbei. Er sammelte Touristen auf, die er wohl zum Flughafen fuhr.

An einer Biegung schaute ich nach einem Haus von Bekannten, die ich seit Jahren hier treffe (aber nur flüchtig kenne), die mir beschrieben hatten, wo ihr Haus ist. Da kam ein Paar mit Hund vorbei und der Mann fragte mich gleich, ob er mir helfen könne. Ja so und so, ich suche I. und W. Ja, die wohnen da vorne. Er ist Türke, seine Frau ist Irin. Sie hätten hier nur mal Urlaub machen wollen- und seien dann hier geblieben.

So hatte ich gleich wieder Einblick in eine Lebensgeschichte bekommen und treffe sie seitdem regelmäßig, was winken und grüßen zur Folge hat.

Auf dem Rückweg komme ich über die Straße an einem kleinen Cafe vorbei, wo ich schon letztes Jahr immer freundlich von Nezihe gegrüßt wurde. Dieses Jahr haben wir uns dann „kennengelernt“ und miteinander gesprochen und die Namen erfragt.

Diesmal lud sie mich spontan zu einem Tee ein – und sie hatte Schokoladenkuchen auf dem Tisch. Da konnte ich nicht nein sagen!

Ich gehe danach weiter, da kommt mir ein Auto entgegen und hält: Ah, meine beiden Bekannten, deren Haus ich gefunden hatte. Wir wechseln kurz einige Worte.

Wieder später kommt mir ein Pritschenwagen entgegen und blinkt. Keine Ahnung, wer das ist, das kann ich durch die Scheibe nicht erkennen, wird schon jemand sein, den ich kenne. Winke also zurück.

Kurz drauf kommt auch er zurück und kurbelt die Scheibe runter: „Na, Zamyat, du bist ja schon müde“ –meint Cemil auf Englisch. Ich hatte inzwischen einen gemütlicheren Gang eingelegt.

Von Ferne winkt mir Mevlüt schon zu, der vor seinem Haus sitzt. Ohne Gäste, dieses Jahr ist es hier überall total leer, selbst in solche beliebten Pensionen wie seinem Dostlar evi (Haus der Freunde). Ich winke nur zurück und gehe weiter, noch einen Tee am Abend will ich nicht. Dann schlafe ich abends nicht ein. Und ich habe immer noch Apfelsinen aus seinem Garten von meinem letzten Besuch hier. Er hatte mir angeboten, jederzeit wiederzukommen und einzusammeln, was unter den Bäumen liegt.

Im Dorf komme ich dann auch noch an einem weiteren kleinen Hotel vorbei, wo ich jederzeit in den Garten gehen und Tee trinken kann. Hier wohnen oft Freunde von mir und ein Mitarbeiter macht mit mir immer den Transfer zum Flughafen. Auch Bücher kann ich hier jederzeit holen, die Touristen da gelassen haben.

Drei Häuser weiter winkt Halil, der neu ein Restaurant eröffnet hat. Keine gute Zeit für solche Start ups, wo kaum Touristen kommen. Auch er würde mir jederzeit einen Tee spendieren, natürlich auch in der Hoffnung, dass ich dann auch mal wieder zum Essen vorbei komme. Doch auch ohne sauer zu sein, wenn ich es nicht mache und nur ein kurzes Schwätzchen mit ihm halte.

So könnte ich noch endlos weiter erzählen.

Freundliche Begegnungen

Was ich damit zeigen will: Alle paar Meter gibt es hier freundliche Begegnungen. Sei es mit Menschen, die ich kenne, da ich seit Jahren herkomme, sei es aber auch mit wildfremden Menschen, die einfach am Strand sitzen oder die ich auf der Straße treffe.

Ich erfahre den letzten Tratsch, wer jetzt wo was macht, sehe, wie schon wieder jemand etwas Neues eröffnet (wo ich mich nur über den Optimismus wundere – oder stecken sie vielmehr Kopf in den Sand??) und gehe oft genug mit Geschenken wie einen Rucksack voller Orangen nach Hause.

Das finde ich einfach total schön und ich fühle mich daher hier nach wie vor sicher und geborgen in dieser freundlichen Umgebung.

Cirali ist und bleibt für mich ein magischer Ort- mit ganz besonderen Begegnungen. Aber selbst bei so einer normalen Abendrunde passiert immer wieder etwas Nettes – wenn man die Augen und das Herz offen hält.

Abenteuerweg zum Visionsplatz

Weg mit Hindernissen zum Visionsplatz

An meinem letzten Urlaubstag (bevor die Online-Seminare beginnen) wollte ich endlich den Kanalweg laufen, den ich so sehr liebe. Wegen seiner Weitblicke, am Ende dem wunderschönen Visionsplatz (von mir so benannt, weil ich hier mit meinen Teilnehmern der Seminare den Visionstag einlege) und im Frühling mit vielen wunderschönen Blumen und Gräsern.
Doch ich musste mich aus verschiedenen Gründen regelrecht treten, um mich dann tatsächlich aufzuraffen.
Lesen Sie dazu auch: Hindernisse überwinden- und dadurch glücklich sein.

Aufbruch

Im Moment ist in Cirali noch nix los, ich habe den Eindruck, ich bin fast die einzige Touristin hier, daher befürchtete ich, dass auch nicht viele Autos fahren und das mit dem Trampen nicht so einfach wird. Der Dolmuş verkehrt noch gar nicht, weil sich das nicht lohnt.

Tatsächlich:

Ich war noch gar nicht an meiner Stelle angekommen, wo ich immer den Daumen raushalte, sondern noch auf der kleinen Brücke, da kam schon ein Auto. Das auch sofort hielt und mich mitnahm. So war ich also schon nach 10 Minuten am Kanalweg.

Glücksmomente

Kanalweg

Weiterlesen

Arbeitsurlaub – den richtigen Rhythmus finden

Na klar ist es ein Luxus, dass ich wieder 6 Wochen im Paradies sitzen kann und hier einige Schritte vom Meer entfernt unter Palmen arbeiten kann.
Wenn ich nur 2 Wochen hier wäre, würde ich auch komplett Urlaub machen, aber so habe ich mal wieder eine Mischung geplant.

Nur – das ist gar nicht so einfach!

Wann arbeite ich, wann mache ich Urlaub?

Außen-Büro im GartenWie mische ich denn? Erst 2 Wochen Urlaub, dann 3 Wochen arbeiten und dann noch mal eine Woche Urlaub? Oder immer abwechselnd: einen Tag arbeiten, einen Tag Urlaub am Strand oder wandern? Oder den Tag aufteilen: einen halben Tag arbeiten, einen halben Tag Urlaub. Und dann: Lieber vormittags arbeiten (ich bin ja ein Morgenmensch) oder nachmittags?

Sie sehen, es gibt unendlich viele Möglichkeiten – und die Schlimmste aller Varianten ist, sich nicht entscheiden zu können. Und so weder richtig zu arbeiten noch wirklich Urlaub zu genießen.

Argumente

Für alle Varianten gibt es auch Gründe und Argumente:

Morgens ist es am Strand noch nicht so heiß und vor allem leer. Die „richtigen“ Urlauber kreuzen erst so gegen Mittag am Strand auf. Dann wird es mir eh zu heiß und dann verschwinde ich.
Außerdem kann ich dann nachmittags meine große Runde drehen (1 ½ Stunden), wenn es nicht mehr so warm ist.

Andererseits bin ich ja ein Morgenmensch und kann morgens viel konzentrierter und effektiver arbeiten. Nur, wenn ich dann einmal dran bin, möchte ich auch nicht aufhören, wenn ich gerade so gut in Schwung bin und die Ideen fließen. Das spricht also für ganze Arbeitstage.

Außerdem kommt so kein richtiges Urlaubsfeeling auf, wenn ich jeden halben Tag arbeite.

Wahrnehmen was ist

So übe ich denn hier mal wieder, was ich auch zu Hause immer wieder als Thema habe: zu lernen, mich den Bedingungen anzupassen, noch mehr im Moment zu sein und einfach wahrzunehmen, was jetzt gerade dran ist.

auf dem VisionsplatzHier gibt es da ein witziges Indiz: ich bin jetzt schon mehrfach morgens um 5 Uhr oder früher aufgewacht und habe dann schon im Bett angefangen zu schreiben. Dann ist mein Hirn offensichtlich auf Arbeit programmiert und dann nutze ich das den Tag.

Allerdings geht es auch hier nicht ganz ohne Planung, zumindest wenn andere Leute involviert sind.

Gestern bin ich dann mal wieder einen ganzen Tag wandern gegangen. Alleine. Das hatte ich schon ein oder zwei Tage vorher ins Auge gefasst, doch passte es nicht so ganz. Hier habe ich die Freiheit, das dann zu verschieben. Aber das fällt mir noch unglaublich schwer. Ich hatte es mir doch vorgenommen! Und sogar schon meiner Nachbarin gesagt. Na und?

Die klare Variante

Im Frühjahr hatte ich die Variante ausprobiert, die ersten zwei Wochen komplett Urlaub zu machen. Das war nicht einfach. Am Ende habe ich mich richtig gelangweilt und gefreut, endlich loslegen zu können. Allerdings hatte ich da auch Seminare und Coaching hier vor Ort.

Diesmal ging das nicht, weil ich für mich selbst eine umfassende Fortbildung geplant habe, wo ganz so lange Auszeiten nicht günstig wären und mir Stress bereiten würden. Jetzt habe ich die Zeit, mich mal um meine Dinge zu kümmern und vor allem habe ich im Moment Spaß daran. Den Schwung und die Zeit will ich nutzen.

Und selbst die Arbeitstage haben hier natürlich einen ganz anderen Rhythmus als zu Hause. Vor dem Frühstück Yoga am Strand bei Sonnenaufgang, dann sehr gemütliches Frühstück im Garten und Schwätzchen mit anderen Gästen, um 10 Uhr dann das Laptop rausgeholt.

Mittags Siesta in der Hängematte oder im Bett, nachmittags eine große Runde walken.
Einfach dieses immer-draußen-sein ist hat mich den größten Erholungseffekt. Es ist schon wunderbar! Und ich bin jeden Tag dankbar und froh!

Schwanensee für drei Enten

20160512_063804Heute haben wir uns vor dem Frühstück aufgemacht nach Olympos, einer Ausgrabungsstätte in der Nähe von Çıralı. In der sanften Morgensonne ist es dort besonders schön, und es sind noch keine anderen Touristen da.

So können wir die mystische Atmosphäre des Ortes in Stille genießen und dort nach Zeichen und Anregungen suchen für das Thema, das gerade bearbeitet werden soll.

Manchmal bietet sich die Reizwort-Methode an, heute waren es aber mehr Erlebnisse und Situationen, die wir als Hinweise für unsere Fragen nehmen konnten.

Zum besseren Verständnis ein paar Beispiele:

Drei Hunde

20160512_072826Bis zur Ausgrabungsstätte gehen wir ca. 20 Minuten am Strand entlang. Sofort waren Hunde um uns herum, die ich erst mal verscheuchen wollte. Sie ließen sich aber nicht beirren. Nach einer Weile fiel mir dann auf: der schwarze Hund lief neben I., der weiße Hund neben V. und mir hatte ich dann den braunen Hund zugeordnet. Und mir kam der Satz in den Sinn: Wir haben drei Begleiter. Das fand ich dann ganz nett und die Hunde gingen tatsächlich die ganzen drei Stunden mit uns hin und zurück.

Diese Zahl drei begegnete uns im folgenden noch öfter.

In Olympos führen mehrere Seitenwege zu Ruinen von Kirchen und einem römischen Tempel, zu Sarkophargen und anderen Bauten. Als ich vom zweiten Weg zurück kam, sah ich im Fluß drei Enten dicht zusammen schwimmen.
Ah, wieder drei, dachte ich und wollte ein Foto von der Idylle machen.

20160512_073109Da stürzten sich unsere drei Hunde auf sie, balancierten auf Steinen und Schlamm und sprangen teilweise ins Wasser und kläfften die armen Enten an. Diese schwammen etwas hektischer davon, die Hunde  von beiden Uferseiten aus oder gar im Wasser jagten sie weiter. Die Enten schwammen hin und her, flatterten mal ein bisschen, ließen sich aber nicht wirklich ins Bockshorn jagen. Erst später fiel mir ein, dass sie ja auch locker hätten wegfliegen können.

Schließlich schlug ich vor, dass wir weitergehen, damit die Hunde uns folgen. Was sie dann auch brav taten und die armen Enten in Ruhe ließen.

Wie entwickelt man daraus Ideen und Lösungen?

Später auf dem Köşk arbeiteten wir im Sinne der Reizwort-Methode damit weiter.

Meine Fragestellung bezog sich auf die nächsten Seminare, die ich im Herbst in der Türkei wieder anbieten möchte. Da war dann eins der Reizworte „Begleiter“. Daraus kann sich die Frage ergeben: Will ich die Seminare mit einem anderen Trainer zusammen anbieten? Oder: Wen kann ich hier vor Ort als „Begleiter“ einsetzen, also als Unterstützung? Und dazu fielen mir einige konkrete Möglichkeiten ein.

Die Situation mit den gejagten Enten könnte man als Beispiel dafür nehmen, sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen zu lassen, wenn jemand „bellt“. Wenn sich also andere aufregen oder einen nerven oder oder… Das hängt natürlich von der konkreten Fragestellung ab, was man da als Metapher sieht.

Kreative Gedankenspiele

Diese Spielereien mit Worten und Situationen machen Spaß und öffnen den Geist für wirklich neue Gedankengänge und Wege. Dabei springen die Assoziationen frei hin und her. Um bei meinem Beispiel zu bleiben: Mal ging es um Methoden, mal um den Rahmen des Seminars, um mögliche Veränderungen, neue Wege (ganz wörtlich), mal um die Gruppe oder um mein eigenes Verhalten.

Das Ordnen und Auswählen der Ideen und Gedanken kommt dann erst im nächsten Schritt.

Auch der Titel für diesen Beitrag war einfach so ein spontaner Einfall, der uns zum Lachen brachte und der mir gefiel.
Man könnte ihn beispielsweise so interpretieren, dass im Leben manches oft dramatischer aussieht, als es in Wirklichkeit ist. Oder dass es manchen Spaß macht, „Theater zu spielen“ oder „Dramen aufzuführen“ oder gar ein Ballett.

Es könnte aber auch die Idee daraus erwachsen, im Seminar am Ende ein Theaterstück aufzuführen oder einen Sketch einzubauen – was auch immer an Assoziationen entsteht.

Probieren Sie es mal aus:
Entweder haben Sie schon eine konkrete Fragestellung oder ein Problem und dann halten Sie einfach mal die Augen offen, welche „Zeichen“ Ihnen begegnen.

Oder Sie erleben solche Situationen, die Ihnen irgendwie auffallen, und die speichern Sie quasi auf Vorrat für eine spätere Kreativübung zu einem Thema.

 

 

Ein Visionstag für mich

Wenn Sie das Gefühl haben, es klemmt etwas in Ihrem Leben oder Sie bräuchten einmal Zeit um zu schauen, wie und wo es für Sie weitergeht, dann können Sie ein Coaching buchen. Oder sich einen Visionstag gönnen.

Die Voraussetzungen und der Rahmen

Vision 1Sie nehmen sich einen kompletten Tag frei. Und wählen vorher schon einen Platz in der Natur aus, der relativ einsam ist und wo Sie möglichst einen schönen Weitblick haben.

Packen Sie sich Papier und Stifte ein, eine Kamera oder Handy mit Kamera und ein Picknick und genug zu trinken. Eine Sitzunterlage oder Matte zum Liegen.

Ein bis zwei Stunden nur schauen

Sie nehmen sich eine Stunde, in der Sie nur in die Weite schauen – und erst einmal Nichts tun. Evtl. ein paar Notizen machen, aber eher nicht.
(Dazu schreibe ich weiter unten noch ausführlicher)

Nach einer Stunde können Sie dann Notizen machen, von Gedanken und Ideen, die in der Zeit auftauchten. Sie können das sehr gut in Mind Map Form machen.

Visions-Geschichte

Dann nehmen Sie Papier und Stift und schreiben in einem Fluß mit der Methode des „Schreibdenkens“. Das bedeutet, Sie müssen vorher keine genaue Idee haben, sondern die Ideen dürfen sich beim Schreiben entwickeln.

Beispiel:

Wenn Sie Ihr zukünftiges Leben für die nächsten drei Jahre planen, dann nehmen Sie als Überschrift: Mein ideales Leben in drei Jahren.

Und dann schreiben Sie einfach drauf los. Sie malen sich in den leuchtendesten Farben aus, wie Ihr ideales Leben in drei Jahren aussehen wird.
Sie können es ganz allgemein beschreiben, oft ist es aber noch wirkungsvoller, wenn man einen konkreten Tag beschreibt.

Auf jeden Fall formulieren Sie es in der Gegenwart, als ob es schon real wäre und eben so konkret wie möglich, mit allen Sinnen.

Sie werden dann selbst merken, ob Sie „es erwischt haben“, Ihren Traum, Ihre Vision. Das merken Sie nämlich dann, wenn Ihnen beim Schreiben und Lesen das Herz aufgeht, Sie ein Strahlen in Ihrem Gesicht bemerken, Sie sich beim Lesen freuen und wohl fühlen.

Wenn Sie ein anderes Thema haben, dann malen Sie sich eben Ihr entsprechendes Projekt in den schönsten Farben aus, Ihre zukünftige Beziehung oder was auch immer Ihr Thema ist.

Wichtig: In der Ich Form, konkret, in der Gegenwart, mit allen Sinnen und positiven Gefühlen.

Erfahrungen

Ich kenne es aus meinen früheren Retreats (Schweige-Meditations-Tage): Wenn man sch in die Natur in die Stille zurück zieht, dreht der Geist erst einmal so richtig auf. Die Gedanken jagen sich, oft völliger Blödsinn, und kommen nicht so schnell auf Befehl zur Ruhe.
Der Motor braucht Zeit, ehe er ganz runterfährt.

Daher ist es für die meisten von uns eine große Herausforderung, einfach mal still zu sitzen und wirklich NICHTS zu tun. Ohne Aufgabe, ohne Ziel, ohne Ablenkung – einfach nur schauen.

Tahtali und DerwischbaumAuf meinem Visionsplatz in der Türkei  hat man immerhin einen grandiosen Weitblick über das Tal der Verheißung (von mir so benannt 🙂 und auf den Tahtali. Da kann man schon eine Weile sitzen und schauen und staunen. Und den Wind und die Sonne auf der Haut spüren, dem Vogelzwitschern lauschen, dem Insektensummen und die Gräser riechen. Nach und nach reduziert auf die bloße Wahrnehmung.

Dann ist man schon einen ganzen Schritt weiter: Die Gedanken verlangsamen sich oder treten in den Hintergrund. Und im Schauen und Spüren kann dann schon mal fast unmerklich eine Idee aufkeimen, ein neuer klarer Gedanke.

Nach der Phase des Nichts-Tuns von 1-2 Stunden bekommen die Teilnehmer des Seminars dann eine konkrete Aufgabe, eben das oben beschriebene Schreibdenken zu ihrer Vision.

Wie geht es weiter?

Wahrscheinlich fühlen Sie sich jetzt schon ganz anders als zu Beginn des Tages. Ruhiger, froher, klarer.

Vielleicht taucht da auch so eine kleine innere Stimme auf (bei der Arbeit mit Kreativitätstechniken heißt sie „der Kritiker“), die meint, das sei nun doch ein wenig übertrieben, was Sie da so vor sich hin visioniert haben.
Schicken Sie ihn auf den nächsten Berg – so dass er ganz winzig und weit weg ist, und lesen Sie sich Ihre Aufzeichnungen noch einmal durch.

Schwelgen Sie in dem postiven Gefühl, dass diese Beschreibung Ihrer Zukunft in Ihnen auslöst. Denn das ist die Basis für alle weiteren Schritte, der Motor für Ihre Motivation, der Sie dazu bringt, ganz konkrete Schritte in Richtung Ihrer Vision zu tun und auch bei Schwierigkeiten durchzuhalten.

Dazu können Sie hier im Blog später mehr lesen…

Themen-Sammlung mit Steinen

Zu Beginn des Coachings geht es ja erst einmal darum die Themen zu klären, die anstehen. Meist kommen die Coachees mit einem konkreten Thema (oder auch mehreren), doch wie Sie auch sicher oft schon erlebt haben, verbergen sich dahinter oder darunter oft noch ganz andere Themen.

Eine kreative Methode, den Themen und ihrer Gewichtung schnell auf die Spur zu kommen, habe ich zum ersten Mal beim momentanen Coaching in der Türkei ausprobiert.
(Ich biete im Frühjahr und Herbst neben meinen Seminaren jeweils eine Woche Einzelcoaching an).

20160502_111652Die Coaching-Klientin bekommt als erste Aufgabe, ca. 10 mittelgroße Steine am Strand zu suchen und noch einen Schwung ganz kleine und diese zum ersten Treffen mitzubringen.

Im nächsten Schritt soll sie überlegen, welche Themen sie in der Woche bearbeiten möchte und zu jedem Thema spontan einen Stein auswählen. Ebenso spontan (also ohne großes Nachdenken und Anlalysieren) eine entsprechende Stiftfarbe auswählen(Lackmarker) und damit das Stichwort auf den Stein schreiben.

Beispielsweise Arbeit oder Familie oder Zeitmanagement oder was auch immer.

Danach soll sie diese in eine Reihenfolge bringen bzw. in einen Kreis legen. Was kommt an erster Stelle, was danach etc. Also eine Gewichtung vornehmen.

Zu den großen Themen können dann noch Details oder Unterthemen auf die kleinen Steine geschrieben und diese dann zugeordnet werden.

Es empfiehlt sich, dann von der ersten Varianten ein Foto zu machen, weil sich das im Laufe der Arbeit oft ändern kann.

Frage: Sind das alle Themen, die dich im Moment beschäftigen?

Daraufhin folgen dann manchmal noch weitere Themen, die sogar die wichtigsten sind!! Das kann so etwas sein wie „ICH“ oder „Freiheit“. Und die Erkenntnis: „Ich komme zuletzt!“

Damit ist man schon mitten drin im Thema.

Zuletzt kann sie noch auf die Rückseite der Steine mit Lackstiften malen- auch hier, ohne bewusst zu übergelegen, sondern einfach Farben und Formen entstehen lassen.
In den Bildern wird dann auch oft noch etwas deutlich, dass für das weitere Coaching erhellend ist.

2015-05-25 06.26.56

 

Irritation der Psyche und kreative Langeweile

20160427_183855Ich trau mich es ja kaum zu schreiben. Während zu Hause meine Freunde über Schnee und Kälte fluchen und mich alle beneiden, nicht nur wegen der Wärme, sondern natürlich auch weil ich Urlaub habe, schleichen sich bei mir Momente von – nun ja – so was wie Langeweile ein. Denn die ersten zwei Wochen hier habe ich mir ja „verboten“ zu arbeiten.

Zumindest gab es Momente, wo ich mir wirklich auf die Finger klopfen musste, um nicht doch schon am nächsten Buch weiter zu arbeiten oder an meinen Webseiten oder… Es gäbe ja durchaus genug zu tun.

Eine Freundin schrieb mir dazu in einer Mail, das sei wohl  auch eine Irritation der Psyche, nachdem ich vorher wochenlang wie verrückt gearbeitet und gerödelt und nach Urlaub gelechzt habe. Und nun ist Ruhe- und das löst Irritation aus.

Daher gebe ich mich auch diesem Zustand hin.

Und lerne immer mehr, ohne Pläne zu leben, zu sehen, was sich spontan entwickelt, wozu ich gerade wirklich Lust  habe und einmal aus all den inneren Programmen auszusteigen. Weil ich weiß, dass genau das die wirkliche Erholung ausmacht.

Mein 1. ZentangleWill ich nun wirklich am Strand liegen oder bleibe ich lieber im schönen Garten in der Hängematte oder auf dem Köşk, will ich ne Runde laufen oder lesen, Steine bemalen oder Freunde treffen? Ich habe sogar ein E-Book über Zentangles auf mein Kindle geladen und die ersten Versuche gestartet.

Denn auch hier in Çıralı‬ gibst ein soziales Leben. Eine Freundin lebt hier seit Jahren, durch sie lerne ich weitere deutsche und andere europäische Frauen kennen, die hier länger leben. So gab es gestern Abend sogar eine Krimi-Lesung mit Katja Schäfer im Café Mocca. “ Mord in Antalya“ – es verspricht ein höchst unterhaltsames und auch sehr informatives Buch zu werden. Es ist nämlich leider noch gar nicht fertig, sonst hätte ich es sofort gekauft.Katja Schäfer

Ab und zu male ich auch wieder Steine, einer ist nun sogar an meinem morgendlichen Yoga-Platz schon zwei Tage liegen geblieben. Die anderen sind weitergewandert.

Neben meinen Urlaubs-Krimis lese ich auch kontinuierlich in dem Buch von Heide Liebmann weiter: „Die Magie der unternehmerischen Persönlichkeit“, das ich rezensieren will. Da sie dort aber so viele praktische Übungen drin hat, geht das sehr schleppend. Denn die meisten Übungen probiere ich natürlich sofort aus. Denn wenn ich ein Buch rezensiere, arbeite ich es richtig durch und überfliege es nicht nur.

Nun, und am Sonntag kommt meine Einzelcoaching-Klientin, mit der ich dann eine Woche arbeite. Darauf freue ich mich schon sehr, denn bisher waren diese Arbeiten hier immer sehr erfüllend.

Mandala2

Die Magie von Çıralı

Stein Mandala am Strand von ÇıralıIch habe schon oft geschrieben, dass Çıralı für mich ein magischer Ort ist, weil ich hier schon sehr ungewöhnliche  Begegnungen und Erlebnisse hatte in den letzten Jahren.

Doch jetzt wurde mir bewusst, dass sich die Magie nicht nur auf solche besonderen Dinge bezieht, sondern sich auch im Alltag in vielen kleinen Erlebnissen zeigt.

Dazu möchte ich den heutigen Tag schildern. Ich bin ja heute erst den dritten Tag hier, wahrscheinlich bin ich daher auch noch bewusster für diese Besonderheiten. Im Laufe der Wochen fällt es mir vielleicht gar nicht mehr so auf.

Schlagartiges Umswitchen auf Entspannung

In den letzten Wochen zu Hause war ich extrem unter Stress, wie schon seit Jahren nicht mehr. Ich hatte sehr viel zu tun (was ja schön war), es spielten sich aber auch wieder Gewohnheiten ein, die ich gar nicht schätze. Selbst mein morgendliches Yoga schaffte ich nicht immer, oft fiel das Mittagessen und erst recht meine kleine Mittagssiesta aus, ich bekam wieder Schlafstörungen und häufig Kopfschmerzen. Ich versuchte noch gegenzusteuern, indem ich die letzten drei Sonntage konsequent freinahm und wandern ging. Aber das reichte nicht wirklich, um mich wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ich fühlte mich umzingelt von vielen Projekten und Aufgaben und wie es in solchen Zeiten ist, funkten noch ständig nervige Sachen dazwischen, die es nicht leichter machten. Mein Dauerkampf mit der Telekom, wegen ständigem Abbruch meiner Internetverbindung (wenn man Online-Seminare gibt, ist das nicht wirklich prickelnd), drei Mal tagelang keine E-Mails und kein Zugang zu meiner Online-Akademie, weil ich dringend ein update für mein Typo3 brauchte etc..

Dann die Anreise hierhin, mitten in der Nacht, was eine komplett schlaflose Nacht bedeutete.

Und hier schlagartig das Wunder: die ersten beiden Nächte schlief ich 8-9 Stunden. Das alleine ist schon ein Geschenk.

Heute morgen also wieder „zu spät“ aufgewacht und erst nach 8 Uhr zum Yoga am Strand. Dann ist es mir schon fast zu warm. Wie auch gestern, am ersten Morgen, war außer mir keine Menschenseele am Strand. Es war wunderbar still, sogar Autos fuhren kaum über die Straße in der Nähe. Einfach unfassbar.

Mein 1. FrühstückDanach ein köstliches Frühstück und zum ersten Mal ging ich dann an den Strand. Herzliche Begrüßung in der Dione-Bar, wo ich seit Jahren am Strand liege bzw. sitze. Ich begann mit einem Buch, für das ich eine Rezension schreiben wollte, eigentlich mit der Vermutung, dass ich selbst nicht mehr so viel daraus lernen kann, weil ich ja schon so lange Trainerin und Coach bin. Doch relativ bald erlebte ich bei einer Übung, dass mir eine sehr wichtige Erkenntnis kam. Prima.

Kontakte, Kontakte, Kontakte

Relativ spät kam ich auf die Idee, einer Freundin, die hier lebt, eine SMS zu schicken, dass ich vor Dione sitze. Und 5 Minuten später war sie da. Wir hatten uns viel zu erzählen und verabredeten uns für den nächsten Abend zum Abendessen.

Als ich mich dann gegen 14 Uhr auf den Heimweg machen wollte, kam ich nur ein Lokal weiter. Da hatte ich Halil schon am Vortag vertröstet, dass ich später einen Tee mit ihm trinke. Jetzt also.

Er spricht sehr gut Deutsch und so erfuhr ich noch einige Döneken über Menschen und Ereignisse im Dorf, warum er nun in dieses Lokal gewechselt war, nachdem er Jahre lang wo anders gekellnert hatte.

Schließlich im Hotel machte ich mir einen kleinen Salat und legte mich aufs Ohr. Und wieder schlief ich ein wenig- wunderbar.

Danach wollte ich mich in die Hängematte legen und das  Buch weiterlesen, zu dem ich eine Rezension schreiben wollte. Dazu überfliege ich nicht nur das Buch, sondern arbeite es in der Regel richtig durch. In der Hängematte war es doch zu unbequem, mir Notizen zu machen. Also beschloss ich spontan, an den Strand zu gehen. Diesmal vor das Restaurant vom Cirali-Hotel. Den Besitzer kenne ich auch gut, kann daher unbeschwert da liegen… Ich begann also das Buch und entdeckte schnell, dass es entgegen meinen Erwartungen doch auch für mich als alte Trainerin und Coach noch interessant ist. Denn bei der zweiten Übung hatte ich gleich eine interessante Erkenntnis, die mich beflügelte.

Ich quatschte dann zwei junge Männer an, die aus dem Wasser kamen, ob das Wasser nicht sehr kalt sei? Ich war nämlich seit meiner Ankunft noch nicht im Meer, weiß ich doch, dass es im Frühjahr ziemlich kalt ist.

Wir kamen ins Gespräch, und was soll ich sagen: sie kamen aus Köln! Sie waren mir ja schon vorher sympathisch, aber nun war ich begeistert. Aus meiner Heimatstadt. Sie machten Urlaub in einer Bettenburg an einem anderen Ort, fanden es dort schrecklich und hatten sich ein Auto gemietet, um einen schönen Strand zu suchen. Und landeten im schönsten Ort. Nun wollen sie jeden Tag wieder kommen und ihren nächsten Urlaub gleich hier buchen.

Unternehmens-Vision mit allen Sinnen erleben

Beschwingt las ich weiter, bis es mir zu kalt wurde. Zurück ins Hotel kam mir in den Sinn: Ich habe mich heute noch gar nicht bewegt. Mache ich doch mal eine ganz kleine Runde und schaue an der Pension vorbei, wo ich die ersten Jahre gewohnt habe.

Als ich in die Straße einbog, blieb ich erst mal an der Villa Lukka stehen. Das ist eines der Luxux-Angebote hier im Ort, aber wirklich schön. Der Garten ist zauberhaft und auch die Bungalows sind ausgesprochen geschmackvoll und sehr schön. Doch für mich (noch) nicht bezahlbar.

Garten von Villa LukkaIch bewunderte den Garten und sah dann erst, dass die Besitzerin ganz in der Nähe einen Blumentopf anstrich. Merhaba, nasilsin? Ich könne ruhig reinkommen und den Garten anschauen. Ja, Fotos dürfte ich auch machen. Ihr Mitarbeiter fragte dann, ob er mal ein Foto von mir machen sollte. Auja, bis jetzt habe ich noch keins von mir.

Schließlich wurde ich noch zum Kaffee eingeladen und setzte mich an ein Tischchen auf der Wiese. Zeyneb musste weiter und so saß ich da und träumte. Es passte auch zu meiner Lektüre, wo es um meine Vision als Unternehmerin ging. Wie ich den Erfolg erlebe.

Ha, hier konnte ich gleich schon „reich und berühmt“ spielen. So erfolgreich zu sein, dass ich mir so eine Luxushütte leisten kann.

Niedrige Preise sind nicht immer ein Magnet

Aber mir kam noch eine entscheidende Erkenntnis (nicht neu, aber immer wieder vergessen, weil sie nicht in das normale Denkschema passt):
Mitte April sind hier noch kaum Touristen, in der aktuellen politischen Situation noch weniger. Aber hier, im teuersten Hotel, sind vergleichseise viele Gäste.

Überhaupt war mir immer schon aufgefallen, dass hier zu jeder Zeit viele Autos vor der Anlage stehen. Hohe Preise schrecken also offensichtlich nicht ab. Im Gegenteil, sie haben besseren Zulauf als viele Billigangebote.

Das lässt sich sicher auch auf unseren Job übertragen. Neulich erzählte mir eine Kollegin eine verblüffende Geschichte von einer anderen Kollegin. Die hatte ein bestimmtes Seminarangebot, das sich nicht gut verkaufte. Sie überlegte, es ganz aus ihrem Portfolio zu streichen, verdreifachte aber erst mal aus Spaß die Preise. Und siehe da, seitdem läuft es.

Das ist doch ermutigend – oder?

Abendstimmung in ÇıralıIch ging weiter zum Strand und am ersten Lokal wurde ich auch gleich wieder reingerufen. Ob ich was trinken oder essen wollte. Nein, ich schwatzte nur so etwas mit Cemil und drehte noch eine Runde am Strand. Beim letzten Lokal mit Deryas Bungalows setzte ich mich noch ein wenig ans Feuer und quatschte mit Derya. Es war seine Idee, dass ein großer Parkplatz gebaut wird (leider neben meinem Hote!!), damit die Autos nicht mehr am Strand parken. Das ist grundsätzlich nicht schön, wenn da dauernd Autos langfahren und parken, mit ihren Lichtern irritieren sie zudem die Schildkröten, die hier in bestimmten Monaten ausschlüpfen.
Ich fragte ihn noch über den neuen Bürgermeister aus, der mich vor Jahren noch als Fahrer vom Flughafen ins Hotel gefahren hatte. Keine schlechte Karriere. Und er scheint engagiert zu sein, was die Bewahrung des Naturschutzes hier angeht.

Noch eine letzte Runde durchs Dorf und ab ins Hotel.

Was ist nun daran magisch?

Wie sich alles so von selbst entwickelt. Wie ich es in einem Tag schaffe, aus meiner streng getakteten Planerei und Programmen auszusteigen und sich Dinge entwickeln lasse. Spontane Angebote annehme, mich nicht getrieben fühle, dies oder das dann und dann zu machen.

Sie denken vielleicht, naja, woanders und im Urlaub ist das ja leicht. Aber ich habe schon immer viel Urlaub gemacht und war schon in vielen Ländern. Doch so eine schnelle und radikale Veränderung meines Lebensrhythmus habe ich sonst noch nie erlebt.
Und diese vielen schönen Kontakte und Begegnungen. So gehäuft wie in Çıralı habe ich das sonst auch nie erlebt.

Ob plötzlich eine buddhistische  Nonne aus Deutschland bei mir am Frühstückstisch sitzt oder ich zwei sehr nette türkische Maler kennenlernen (die dann mein Traumhaus kaufen- aber das ist eine eigene Geschichte) oder ich auch öfter Leute treffe, die ich aus Seminaren oder sonstwoher kenne.

Rundherum ist die schönste Natur. Nur wenige Meter bis zum Meer, in der Nähe Berge und Wälder. Man kann wandern, Bootstouren oder andere Ausflüge machen, aber auch komplett seine Ruhe haben. Ganz wie man möchte.

Jetzt werde ich noch ein wenig in meinem Roman lesen und dann mal früher ins Bett gehen, damit ich morgen nicht wieder „verschlafe“ und früher zum Yoga gehe. Den Sonnenaufgang werde ich zwar sicher nicht sehen, der ist um die Jahreszeit einfach zu früh und dann ist es auch noch zu kalt. Das gelingt mir nur im Herbst.

Iyi geceler! Gute Nacht!

Ich gehe meinen Weg

Sie kennen vielleicht diese Übung, bei der man den immer gleichen Satz spricht, aber jeweils ein anderes Wort betont. Dadurch bekommt der Satz jedes Mal eine ganz andere Bedeutung.

2014-03-02 13.11.45-1Heute beim walken ging mir plötzlich dieser Satz durch den Kopf. „Ich gehe meinen Weg.“

Diesen Satz habe ich dann mit den verschiedenen Betonungen durchexerziert und das Ergebnis war ziemlich aufregend und bei diesem speziellen Satz wird es auch zwangsläufig etwas persönlicher.

Probieren Sie es selbst aus. Sie können es ja mit einem anderen Satz machen, der für Sie gerade wichtig ist.

Ich gehe meinen Weg.

Es geht um mich. Und wer sonst sollte meinen Weg gehen außer mir?
Andere gehen andere Wege, nämlich ihre.

Ich gehe meinen Weg.

Gehen hat mit Bewegung und Veränderung zu tun. Welche Veränderungen stehen an? Wohin will ich mich bewegen?

Und auf der ganz praktischen konkreten Ebene: Es ist mein Ziel, mich jeden Tag zu bewegen, zusätzlich zu meinem morgendlichen Yoga. Am liebsten eine Stunde walken, was aber je nach Terminen nicht immer geht. Aber dann wenigstens aufs Trimmrad oder andere Aktionen.

Ich gehe meinen Weg.

Für mich macht es nur Sinn, wenn ich die beiden Worte zusammen nehme.

Das ist ein Thema, das mich ein Leben lang begleitet und auch immer wieder auftaucht in Coaching und Therapien, die ich mir gönne.

Es ist nicht so einfach und immer wieder ein Lernthema, auch für mich in meinem Alter. Mir immer wieder zu sagen: Es ist mein Weg und ich habe das Recht, eigentlich auch die Pflicht, zu entscheiden, wie ich meinen Weg gehen will. Meinen Lebensweg, meinen beruflichen Weg. Sehen, wohin der mich  führt, wie experimentierfreudig ich bin, was ich alles ständig noch verändere und Neues versuche. Und das kann auch niemand anderes entscheiden.

Trotzdem bin ich wie alle anderen Menschen von allen möglichen Erwartungen, Prägungen und unbewussten Strukturen beeinflusst, so dass man  da wirklich immer wieder genau hinschauen muss. Mach ich das jetzt, weil das wirklich mein Weg ist oder weil ich denke, dass andere das erwarten, dass ich das tue.

Es hat auch viel mit Achtsamkeit zu tun. Denn oft meinen wir, dass wir unseren Weg gehen, während wir schon längst den Kontakt zu unserem innersten Wegweiser verloren haben.

Stattdessen bemühen wir uns, die Erwartungen von anderen zu erfüllen, Ansprüchen zu genügen, die vielleicht gar nicht wirklich unsere sind. Uns scheinbaren Zwängen beugen, die wir aber ebenso gut durchbrechen könnten.

Ich gehe meinen Weg

Da fällt natürlich jedem das leider inzwischen schon inflationär gebrauchte, aber dennoch richtige Zitat aus dem Zen ein: „Der Weg ist das Ziel.“

Das heißt, ganz egal was das Ziel ist und ob ich es so erreiche, wie ich es ursprünglich vor hatte, wenn ich den Weg wirklich bewusst gehe (und das ist ja eigentlich der Gedanke des Zen dahinter), völlig achtsam und bewusst wahrnehme, was ist und mich auch mit dem arrangiere, was ist, dann kann so ein Weg eine ungeheure Lernerfahrungen ermöglichen. Auch gerade, wenn er Umwege macht und nicht schnurstracks zum Ziel führt. Und das Ziel ist im Grund dann nur noch das Sahnehäubchen oder die Belohnung oben drauf.

Abgesehen davon, dass sich das Ziel auch während des Weges wieder verändern kann, dass sich der Horizont verschiebt und spätesten da merkt man: es geht wirklich um den Weg.
Es geht darum, loszugehen, etwas anzufangen, etwas zu initiieren, etwas umzusetzen und nicht nur in Gedanken und Zielvisionen  hängen zu bleiben. Sondern auch einiges dafür zu tun, sich dort hin zu bewegen.

Und während ich mich eben auf diesem Weg bewege, passieren die Dinge, um die es eigentlich geht. Wo ich lerne, wo ich neue Erfahrungen machen kann, wo ich Begegnungen habe, Erkenntnisse usw.

Den eigenen Weg bestimmen

Um den eigenen Weg zu finden und auch den Mut zu entwickeln, ihn konsequent zu gehen, ist es hilfreich, bewusst Abstand zu nehmen und sich aus dem Alltag herauszuziehen. Am besten noch mit einem räumlichen Abstand und von außen auf sein Leben schauen.

Verbringe ich meine Zeit mit den Dingen, die ich tun möchte? Die ich sinnvoll finde und die mir und anderen Freude bereiten? Oder hänge ich wieder mal in einer Tretmühle, die frustrierend und Kräfte zehrend ist?

Es lohnt sich,  so einen Blick von außen auf das eigene Leben und seine Arbeit zu werfen und sich dafür auch eine Auszeit zu nehmen.

Das kann die tägliche Stunde walken sein, die immer wieder eine Unterbrechung bringt und frische Luft durchs Gehirn bläst.

Das kann ein ganzer Tag sein, wie beispielsweise der Kreativ Walk oder ein Wochenende, das man in der Natur verbringt.

Oder so ein ganz besonderes Seminar, wo Sie eine Woche Zeit haben mit Abstand vom Alltag, mit weitem Blick und weitem Herzen in schönster Natur zu prüfen, wo Sie stehen und zu planen und zu kreiieren, wohin Sie weiter gehen.
Diese Möglichkeit haben Sie bei meinen Türkei-Seminaren, dem Orient-Express wo Sie ein Herzenprojekt planen, oder „Ihr Leben gestalten und planen“ oder ganz speziell die Zeit Ü50/ Ü60 kreativ gestalten wollen. Diese Seminare biete ich immer im Frühjahr und Herbst in der Türkei an.

Damit Sie wieder sagen können:

Ich gehe meinen Weg.

Und um noch ein Beispiel zu nennen: Ich habe gemerkt, dass es mir ungeheuer gut tut, viel in der Natur zu sein und mich eben auch viel zu bewegen.
Sie glauben aber nicht, was für Kämpfe ich da mit mir und meinem „Leistungsdenken“ oder was auch immer ausfechten musste, um mir „zu erlauben“, mittags vom Schreibtisch zu verschwinden und eine Stunde zu walken. Wo doch immer soo viel auf dem Schreibtisch liegt…

Noch krasser ist das natürlich mit meinen immer länger werdenden Türkei-Aufenthalten. Obwohl ich da ja auch arbeite, Seminare anbiete, Webinare durchführe und Bücher schreibe (sprich: nicht nur Urlaub mache). Aber mich da „zu trauen“ und die Zeiten bewusst immer weiter auszudehnen, war auch nicht immer so leicht. Und nicht immer wieder in Rechtfertigungen zu fallen, sondern einfach froh und stolz zu sagen: Ja, ich habe es geschafft, große Teile meiner Lebens-Vision schon umzusetzen!

Ich kann nur alle dazu einladen, das ebenfalls zu machen. Denn es ist unser Leben!

 

Ü60 und nun in Rente?

(Geschrieben am 24. Februar 2015)

Ein neuer Lebensabschnitt

zamyat_gelb_rotLetzte Woche habe ich meinen Rentenantrag gestellt. Mir kam das mehr wie ein schlechter Scherz vor oder auch wie eine vorgezogene Karnevalsnummer. Ich konnte es nicht so richtig ernst nehmen. Ich und in Rente gehen?

Trotzdem war es ein irgendwie einschneidendes und bedeutendes Ereignis. Zeit, einmal darüber nachzudenken, wie es nun weiter geht. Natürlich genau so wie bisher – oder?

Da ich nur 11 Jahre meines Arbeitslebens angestellt war, ist die sogenannte Rente ein nettes Taschengeld. Davon kann ich nicht leben. Doch nehmen wir einmal an, ich würde eine satte Rente bekommen und könnte mich damit behaglich zurücklehnen. Würde ich das tun und wollen?

Ganz sicher nicht.

Doch das sind verschiedene Dinge und jeder in meinem Alter steht vor den gleichen Fragen.

Wie soll es also die nächsten Jahre weiter gehen?

Möchte ich einfach so weiter machen, wie bisher? Kann ich das? Will ich das?
Welche Alternativen gibt es? Wo kann und will ich etwas ändern?

Ich nehme mich einfach als Beispiel, Sie können bei den folgenden Punkten einfach Ihre eigene Situation durchdenken. Auch wenn Sie erst 35 Jahre alt sind. Denn solche Fragen zu klären lohnt sich immer wieder einmal.

Folgende drei Aspekte möchte ich erläutern

– Was muss ich aus finanziellen Gründen tun?
– Was muss ich aus Altersgründen ändern?
– Was will ich – aus einem inneren Bedürfnis heraus?

Weiterlesen