Winter-Wandern

Winter-WandernBei dem Blick aus dem Fenster heute morgen war ich sehr versucht zu sagen: „Ach, ich mache mir einen gemütlichen Sonntag zu Hause.“ Es war üsselig, grau, Schnee lag auf den Feldern, zum Teil taute es. Aber im Moment weiß man ja nicht, wie es wird. Es kann jederzeit wieder schneien…

Ich muss gestehen, ich mag keinen Schnee! Ich wohne im Bergischen Land und muss erst einmal einen steilen Hügel hinunter fahren, wenn ich aus meinem Dorf heraus will. Das traue ich mich nicht mit dem Auto, wenn Schnee liegt. Ich traue mich auch nicht so richtig zu wandern oder zu walken. Fürchte, auszurutschen, mir wieder was zu brechen. (Davon hatte ich schon genug in meinem Leben).

Daher fühle ich mich bei Schnee eingeschränkt und Kälte mag ich sowieso nicht.

Nun hatte ich aber letztes Jahr so schön begonnen, jeden Sonntag zu wandern. Und ja auch gemerkt, wie gut mir das tut! In jeder Hinsicht, körperlich und psychisch. Ich vermisste es schon schmerzlich.

So raffte ich mich dann doch auf und fuhr los. Zur Agger, wo ich dann einfach loslaufen wollte und dann entscheiden, wie weit und wie lange ich gehe.

Das Wetter ist draußen anders als  von drinnen 🙂

Winterliche LandschaftIch machte wieder die Erfahrung wie schon mal bei einem nieseligen nebeligen Tag: Das Wetter erlebe ich draußen komplett anders als wenn ich in der Wohnung sitze und nur aus dem Fenster schaue. In diesem Fall heute war es gar nicht so schlimm wie befürchtet. Abgesehen davon, dass ich auch stolz auf mich war, die inneren Widerstände überwunden zu haben, gefiel es mir auch richtig gut. Es war gar nicht so kalt, auch nicht glatt, ich konnte gut gehen. Meinen Körper wieder mehr und anders zu spüren, mich zu bewegen, das alles bereitete mir wieder Genuss und Freude.

Natürlich stürmten auch gleich wieder diverse Ideen auf mich ein. Zum Hinsetzen und Aufschreiben war es zu kalt, also nutze ich das Diktiergerät auf meinem Smartphone.

So habe ich heute zwar keine Tageswanderung gemacht, aber immerhin war ich einige Zeit draußen und habe mich bewegt und die Natur genossen. Also weiter so!

Fundstücke

Fundstücke an der Agger

Soo wenig braucht’s zum glücklich sein

ZamyatUrsprünglich hatte ich einen Beitrag zum Thema „Dankbarkeit“ in der Vorbereitung, nun geht es also ums glücklich sein. Angestoßen wurde dieses Thema durch das Foto, das ich bei Facebook veröffentlicht habe mit dem Satz: Was auch immer ich da gerade erkläre.

Und ein Kommentar war:“ Nur soo ein bisschen braucht man um glücklich zu sein“. Das hat mich dann angefixt.

Egal was wir treiben, privat und beruflich, letztendlich geht es wirklich immer darum: Wir wollen glücklich sein.

Das ist auch keineswegs verwerflich oder egoistisch. Es gibt sogar Menschen die sagen, dass das unsere Bestimmung ist, ja sogar unsere Aufgabe, weshalb wir auf dieser Welt sind.

Nun ist schon viel über Glück geschrieben worden. Ich bin ja aber ja eine eingefleischte Praktikerin. Für mich hat vor allem Gewicht, was ich selbst erlebe und erfahre.

Und das sind im Moment ziemlich viele glückliche Momente.

Schön für dich, werden Sie jetzt vielleicht denken, warum schreibt die das hier?

Ich möchte mal schauen, woran es liegt – so dass Sie vielleicht auch etwas daraus ziehen können, um an Ihrem Glück zu basteln.

Ich kann etwas dafür tun

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Arbeitsurlaub – den richtigen Rhythmus finden

Na klar ist es ein Luxus, dass ich wieder 6 Wochen im Paradies sitzen kann und hier einige Schritte vom Meer entfernt unter Palmen arbeiten kann.
Wenn ich nur 2 Wochen hier wäre, würde ich auch komplett Urlaub machen, aber so habe ich mal wieder eine Mischung geplant.

Nur – das ist gar nicht so einfach!

Wann arbeite ich, wann mache ich Urlaub?

Außen-Büro im GartenWie mische ich denn? Erst 2 Wochen Urlaub, dann 3 Wochen arbeiten und dann noch mal eine Woche Urlaub? Oder immer abwechselnd: einen Tag arbeiten, einen Tag Urlaub am Strand oder wandern? Oder den Tag aufteilen: einen halben Tag arbeiten, einen halben Tag Urlaub. Und dann: Lieber vormittags arbeiten (ich bin ja ein Morgenmensch) oder nachmittags?

Sie sehen, es gibt unendlich viele Möglichkeiten – und die Schlimmste aller Varianten ist, sich nicht entscheiden zu können. Und so weder richtig zu arbeiten noch wirklich Urlaub zu genießen.

Argumente

Für alle Varianten gibt es auch Gründe und Argumente:

Morgens ist es am Strand noch nicht so heiß und vor allem leer. Die „richtigen“ Urlauber kreuzen erst so gegen Mittag am Strand auf. Dann wird es mir eh zu heiß und dann verschwinde ich.
Außerdem kann ich dann nachmittags meine große Runde drehen (1 ½ Stunden), wenn es nicht mehr so warm ist.

Andererseits bin ich ja ein Morgenmensch und kann morgens viel konzentrierter und effektiver arbeiten. Nur, wenn ich dann einmal dran bin, möchte ich auch nicht aufhören, wenn ich gerade so gut in Schwung bin und die Ideen fließen. Das spricht also für ganze Arbeitstage.

Außerdem kommt so kein richtiges Urlaubsfeeling auf, wenn ich jeden halben Tag arbeite.

Wahrnehmen was ist

So übe ich denn hier mal wieder, was ich auch zu Hause immer wieder als Thema habe: zu lernen, mich den Bedingungen anzupassen, noch mehr im Moment zu sein und einfach wahrzunehmen, was jetzt gerade dran ist.

auf dem VisionsplatzHier gibt es da ein witziges Indiz: ich bin jetzt schon mehrfach morgens um 5 Uhr oder früher aufgewacht und habe dann schon im Bett angefangen zu schreiben. Dann ist mein Hirn offensichtlich auf Arbeit programmiert und dann nutze ich das den Tag.

Allerdings geht es auch hier nicht ganz ohne Planung, zumindest wenn andere Leute involviert sind.

Gestern bin ich dann mal wieder einen ganzen Tag wandern gegangen. Alleine. Das hatte ich schon ein oder zwei Tage vorher ins Auge gefasst, doch passte es nicht so ganz. Hier habe ich die Freiheit, das dann zu verschieben. Aber das fällt mir noch unglaublich schwer. Ich hatte es mir doch vorgenommen! Und sogar schon meiner Nachbarin gesagt. Na und?

Die klare Variante

Im Frühjahr hatte ich die Variante ausprobiert, die ersten zwei Wochen komplett Urlaub zu machen. Das war nicht einfach. Am Ende habe ich mich richtig gelangweilt und gefreut, endlich loslegen zu können. Allerdings hatte ich da auch Seminare und Coaching hier vor Ort.

Diesmal ging das nicht, weil ich für mich selbst eine umfassende Fortbildung geplant habe, wo ganz so lange Auszeiten nicht günstig wären und mir Stress bereiten würden. Jetzt habe ich die Zeit, mich mal um meine Dinge zu kümmern und vor allem habe ich im Moment Spaß daran. Den Schwung und die Zeit will ich nutzen.

Und selbst die Arbeitstage haben hier natürlich einen ganz anderen Rhythmus als zu Hause. Vor dem Frühstück Yoga am Strand bei Sonnenaufgang, dann sehr gemütliches Frühstück im Garten und Schwätzchen mit anderen Gästen, um 10 Uhr dann das Laptop rausgeholt.

Mittags Siesta in der Hängematte oder im Bett, nachmittags eine große Runde walken.
Einfach dieses immer-draußen-sein ist hat mich den größten Erholungseffekt. Es ist schon wunderbar! Und ich bin jeden Tag dankbar und froh!

Alleine wandern und an einem Platz verweilen

Erfreulicherweise habe ich ja in den letzten Jahren das Wandern für mich entdeckt.  Es macht mir Freude, mich durch die Natur zu bewegen, meinen Körper zu spüren und zu merken, wie gut mir Bewegung tut.
Vor allem liebe ich Weitblicke! Da geht mir buchstäblich das Herz auf, die Brust wird weit und auch der Geist.

Visionsplatz TürkeiGestern bin ich noch einmal alleine den Kanal-Weg gegangen und am Ende auf meinen Visionsplatz geklettert. Von dort aus hat man einen grandiosen Weitblick auf den Tahtalı und meinen „Derwischbaum“.
Ich habe vorsorglich eine Isomatte mitgenommen, damit ich hier bequem sitzen und liegen kann. Denn hier ist alles voller Steine, Disteln und Kletten.

Einfach nur sitzen und schauen! Wann haben Sie das zum letzten Mal gemacht?
Einfach auf dem Rücken liegen und in den Himmel und einen Baumwipfel schauen, wann habe ich das je gemacht?

Wenn ich mit Freunden hierhergehe habe ich immer den Eindruck, dass sie bald weiterwollen. Ja, schön hier – und weiter geht’s. Wohin?

HIER und JETZT ist es wunderschön. Warum nicht einfach eine Zeit hier verweilen? Ein schönes altertümliches Wort, das irgendwie passt.

Wir sind oft getrieben, selbst im Urlaub oder am Sonntag. Da gehe ich ja auch in Deutschland meistens wandern.

Selbst wenn ich irgendwo sitze, mache ich meist irgendetwas. Wenn ich am Strand sitze, dann schreibe oder lese ich oder bemale Steine. Selbst wenn ich morgens Yoga mache oder „meditiere“, ist das wieder eine „Übung“, wie ich die Zeit „sinnvoll nutze“.

Dazu fällt mir nur wieder diesder nette Witz ein, wo sich 2 Mütter unterhalten:
Mutter 1: „Meine Tochter hat nun angefangen zu meditieren!“
Mutter 2: „Besser als nur rumsitzen und nichts tun.“

In diesem Sinne: Üben Sie doch einmal „nichts tun“. Nur schauen. Riechen, hören, spüren.
Das Meer, das sonnenverbrannte Gras, die Kräuter riechen.
Die Wellen, den Wind, die Insekten und Vögel hören.
Den Wind und die Sonne auf der Haut spüren.

Und das Ganze vollkommen absichtslos. Einfach, weil es da ist…

Den Sommer erwandern

20160807_152234In den letzten Monaten versuche ich jeden Sonntag frei zu halten für eine Tageswanderung. Ich freue mich schon die ganze Woche darauf, weil es einfach das Beste ist, was ich für mich entdeckt habe.
Es geht mir vor allem darum, den ganzen Tag draußen zu sein, in der Natur. Auch die Bewegung tut mir gut, aber ich baue auch immer wieder Pausen ein. Um einfach nur da zu sitzen und in die Weite zu schauen. Um die vielen Ideen aufzuschreiben, die mir beim Wandern kommen (wenn ich alleine gehe). Um irgendwo einzukehren, lecker zu essen und mich mit meiner Wanderbegleitung zu unterhalten.

Ich erlebe beim Wandern reine Glücksgefühle, obwohl ich mich früher nie bewegt habe und schon einen Spaziergang anstrengend fand. Das hat sich in den letzten Jahren sehr geändert und das ist ein weiterer Aspekt, der mich freut. Auch im Alter kann man also noch seine Fittness gemächlich steigern und Bewegung regelrecht genießen.

Alleine, zu zweit oder in Gruppen?

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Freiheit und Glücksgefühle

20160710_123037Am Honrather Bahnhof parkte ich mein Auto und lief los. Schon nach wenigen Metern durchfluteten mich Glücksgefühle. Frei! Einen ganzen freien und komplett ungeplanten Tag hatte ich vor mir – in schönster Natur.

Ich erinnerte mich an meine schlimmste Burn-Out Zeit, als ich das Wandern neu entdeckte. Damals war ich spontan nach Ahrweiler gefahren, wo ich immer bei Verwandten meine Kinderurlaube verbracht hatte.

Mit jedem Kilometer, den ich mich von zu Hause entfernte, wurde mir leichter. Ich ließ den ganzen Stress und die akute Belastung räumlich hinter mir. Als ich dann dort loswanderte, fühlte ich mich wie im Urlaub und nicht nur auf einem Sonntagsspaziergang.

20160710_124208Ich war weit weg vom Alltag. Es war eine andere Landschaft als das Bergische Land, das half mir, auch innerlich Abstand zu gewinnen.

War es ein Weg-Laufen? Oder ein Hinzu-Laufen? Ich glaube, weder noch. Es ging um’s Laufen selber und um die wunderschöne Natur, die sehr abwechslungsreich war.

So erlebte ich es auch heute wieder.

Den Tag sich vor mir aufrollen lassen. Ganz im Moment sein. Wahrnehmen, wir mir ist. Habe ich Durst? Möchte ich eine Pause machen oder mich bewegen und meinen Körper spüren?

Ich war noch kaum vom Parkplatz runter, schossen mir die ersten Ideen durch den Kopf. Doch ich wollte zuerst in den Wald und in den Schatten, ehe ich sie notierte. Es wäre doch zu albern aus dem Auto zu steigen und schon anfangen zu schreiben… :-).

20160710_115648Nach der ersten Schreibpause ging es also weiter. Plötzlich tauchte hinter mir ein Paar auf. Der Mann redete und redete, pausenlos und ziemlich laut. Ich konnte meine eigenen Gedanken nicht mehr hören. So blieb ich stehen, machte Fotos und ließ sie vorbeigehen.

Lief dann weiter, glücksbeseelt.

In einem netten Dorf peilte ich meine Bank unter der Linde an, um weiterzuschreiben. Dabei genoß ich meine neue Kreation: Wasser mit ein paar Zitronenspritzer. Was das ausmachte! Sehr erfrischend und nicht so langweilig wie immer nur Wasser.

Auf diesem Weg begegnen mir immer wieder Menschen, Paare und Gruppen. Manche grüßen, manche nicht, mit manchen kommt man ins Gespräch, wenn man sich zum dritten Mal trifft.
Dazwischen habe ich meine Ruhe, in der sich Ideen bilden können oder der Kopf immer ruhiger wird. Und ich einfach nur Glücksgefühle erlebe über eine so schönen Tag.

Es ist so einfach. Einfach nur raus aus dem Alltag und sich in der Natur bewegen und Zeit und Raum schaffen, dass sich Dinge entwickeln können – das ist höchstbefriedigend und beglückend.

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Volle Kanne Sommer

BauernhofwegLange Zeit fluchten alle, wo denn der Sommer unter all den Regenschauern sei – und nun ist er heute da. Mit voller Wucht und über 30°.
Und ich bin sicher: die ersten Leute jammern schon darüber, dass es zu heiß ist.

Das fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue. In einem Land, wo es gefühlt 70% der Zeit grau und bewölkt und oft auch regnerisch ist, freue ich mich über jeden Sonnenstrahl. Auch wenn ich arbeiten muss. Mit Sonne vor dem Fenster habe ich eine ganz andere Energie und gute Laune.
Wenn es dann mal richtig lecker warm ist, fängt aber auch schon das Gestöhne an. Klar, die Menschen sind auf so ein Wetter gar nicht eingestellt und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Außer im Urlaub.

Man könnte auch rückschließen, dass die Menschen immer das wollen, was sie gerade nicht haben. Das andere ist die Verheißung. Die Realität ist immer doof und voller Mangel.
Aber was ist das für ein Weltbild? Für eine Haltung? Wie beschissen muss man sich dann fühlen?

Also, ich freue mich über warme Tage, an denen ich mal keine eiskalten Füße im Nord-Büro habe, wo ich leichtbekleidet am Laptop sitze oder auf die Straße gehe. Auf dem Balkon spanne ich dann eben den Sonnenschirm auf oder gehe im Wald wandern. Wobei ich es ab und zu auch genieße, mal die richtig heiße Sonne auf mir zu spüren, verbrannte Wiese zu riechen und Kräuter und Gewächs, das intensiv duftet. Da werden Kindheitserinnerungen wach, die ja sehr stark mit Gerüchen zusammenhängen.

So beispielsweise der Geruch, wenn erste dicke Regentropfen an einem heißen Sommertag auf die Straße fielen. Das riecht!! Ich meine, in meiner Kindheit gab es noch richtig lange heiße Sommer, mit hitzefrei  und auf der Straße dümpeln, träge auf den Stufen vor dem Haus sitzen und Sauerampfer pflücken und essen. (Wächst der überhaupt im Sommer? Keine Ahnung)

Meine Lebensgeister sind jedenfalls im Sommer voll da. Ich wache sehr früh auf, stehe früh auf, mache Yoga und frühstücke auf dem Balkon – ehe ich dann ins Büro marschiere und fröhlich mein Laptop aufklappe.

Abends ist es lange hell (was ich einfach nur liebe!) und so kann ich dann noch ne Runde walken, wenn es etwas kühler ist. Was ich ansonsten mittags mache. Und in lauen Sommernächten noch draußen sitzen ist mit so das Schönste, was ich kenne.

Der Höhepunkt ist es dann, auch draußen auf dem Balkon zu schlafen. Da muss es aber schon ein paar Tage durchgehend warm sein – und heute ist ja erst der erste Tag Sommer. Daher warte ich damit noch ein bisschen.