Arbeitsurlaub – den richtigen Rhythmus finden

Na klar ist es ein Luxus, dass ich wieder 6 Wochen im Paradies sitzen kann und hier einige Schritte vom Meer entfernt unter Palmen arbeiten kann.
Wenn ich nur 2 Wochen hier wäre, würde ich auch komplett Urlaub machen, aber so habe ich mal wieder eine Mischung geplant.

Nur – das ist gar nicht so einfach!

Wann arbeite ich, wann mache ich Urlaub?

Außen-Büro im GartenWie mische ich denn? Erst 2 Wochen Urlaub, dann 3 Wochen arbeiten und dann noch mal eine Woche Urlaub? Oder immer abwechselnd: einen Tag arbeiten, einen Tag Urlaub am Strand oder wandern? Oder den Tag aufteilen: einen halben Tag arbeiten, einen halben Tag Urlaub. Und dann: Lieber vormittags arbeiten (ich bin ja ein Morgenmensch) oder nachmittags?

Sie sehen, es gibt unendlich viele Möglichkeiten – und die Schlimmste aller Varianten ist, sich nicht entscheiden zu können. Und so weder richtig zu arbeiten noch wirklich Urlaub zu genießen.

Argumente

Für alle Varianten gibt es auch Gründe und Argumente:

Morgens ist es am Strand noch nicht so heiß und vor allem leer. Die „richtigen“ Urlauber kreuzen erst so gegen Mittag am Strand auf. Dann wird es mir eh zu heiß und dann verschwinde ich.
Außerdem kann ich dann nachmittags meine große Runde drehen (1 ½ Stunden), wenn es nicht mehr so warm ist.

Andererseits bin ich ja ein Morgenmensch und kann morgens viel konzentrierter und effektiver arbeiten. Nur, wenn ich dann einmal dran bin, möchte ich auch nicht aufhören, wenn ich gerade so gut in Schwung bin und die Ideen fließen. Das spricht also für ganze Arbeitstage.

Außerdem kommt so kein richtiges Urlaubsfeeling auf, wenn ich jeden halben Tag arbeite.

Wahrnehmen was ist

So übe ich denn hier mal wieder, was ich auch zu Hause immer wieder als Thema habe: zu lernen, mich den Bedingungen anzupassen, noch mehr im Moment zu sein und einfach wahrzunehmen, was jetzt gerade dran ist.

auf dem VisionsplatzHier gibt es da ein witziges Indiz: ich bin jetzt schon mehrfach morgens um 5 Uhr oder früher aufgewacht und habe dann schon im Bett angefangen zu schreiben. Dann ist mein Hirn offensichtlich auf Arbeit programmiert und dann nutze ich das den Tag.

Allerdings geht es auch hier nicht ganz ohne Planung, zumindest wenn andere Leute involviert sind.

Gestern bin ich dann mal wieder einen ganzen Tag wandern gegangen. Alleine. Das hatte ich schon ein oder zwei Tage vorher ins Auge gefasst, doch passte es nicht so ganz. Hier habe ich die Freiheit, das dann zu verschieben. Aber das fällt mir noch unglaublich schwer. Ich hatte es mir doch vorgenommen! Und sogar schon meiner Nachbarin gesagt. Na und?

Die klare Variante

Im Frühjahr hatte ich die Variante ausprobiert, die ersten zwei Wochen komplett Urlaub zu machen. Das war nicht einfach. Am Ende habe ich mich richtig gelangweilt und gefreut, endlich loslegen zu können. Allerdings hatte ich da auch Seminare und Coaching hier vor Ort.

Diesmal ging das nicht, weil ich für mich selbst eine umfassende Fortbildung geplant habe, wo ganz so lange Auszeiten nicht günstig wären und mir Stress bereiten würden. Jetzt habe ich die Zeit, mich mal um meine Dinge zu kümmern und vor allem habe ich im Moment Spaß daran. Den Schwung und die Zeit will ich nutzen.

Und selbst die Arbeitstage haben hier natürlich einen ganz anderen Rhythmus als zu Hause. Vor dem Frühstück Yoga am Strand bei Sonnenaufgang, dann sehr gemütliches Frühstück im Garten und Schwätzchen mit anderen Gästen, um 10 Uhr dann das Laptop rausgeholt.

Mittags Siesta in der Hängematte oder im Bett, nachmittags eine große Runde walken.
Einfach dieses immer-draußen-sein ist hat mich den größten Erholungseffekt. Es ist schon wunderbar! Und ich bin jeden Tag dankbar und froh!

Alleine wandern und an einem Platz verweilen

Erfreulicherweise habe ich ja in den letzten Jahren das Wandern für mich entdeckt.  Es macht mir Freude, mich durch die Natur zu bewegen, meinen Körper zu spüren und zu merken, wie gut mir Bewegung tut.
Vor allem liebe ich Weitblicke! Da geht mir buchstäblich das Herz auf, die Brust wird weit und auch der Geist.

Visionsplatz TürkeiGestern bin ich noch einmal alleine den Kanal-Weg gegangen und am Ende auf meinen Visionsplatz geklettert. Von dort aus hat man einen grandiosen Weitblick auf den Tahtalı und meinen „Derwischbaum“.
Ich habe vorsorglich eine Isomatte mitgenommen, damit ich hier bequem sitzen und liegen kann. Denn hier ist alles voller Steine, Disteln und Kletten.

Einfach nur sitzen und schauen! Wann haben Sie das zum letzten Mal gemacht?
Einfach auf dem Rücken liegen und in den Himmel und einen Baumwipfel schauen, wann habe ich das je gemacht?

Wenn ich mit Freunden hierhergehe habe ich immer den Eindruck, dass sie bald weiterwollen. Ja, schön hier – und weiter geht’s. Wohin?

HIER und JETZT ist es wunderschön. Warum nicht einfach eine Zeit hier verweilen? Ein schönes altertümliches Wort, das irgendwie passt.

Wir sind oft getrieben, selbst im Urlaub oder am Sonntag. Da gehe ich ja auch in Deutschland meistens wandern.

Selbst wenn ich irgendwo sitze, mache ich meist irgendetwas. Wenn ich am Strand sitze, dann schreibe oder lese ich oder bemale Steine. Selbst wenn ich morgens Yoga mache oder „meditiere“, ist das wieder eine „Übung“, wie ich die Zeit „sinnvoll nutze“.

Dazu fällt mir nur wieder diesder nette Witz ein, wo sich 2 Mütter unterhalten:
Mutter 1: „Meine Tochter hat nun angefangen zu meditieren!“
Mutter 2: „Besser als nur rumsitzen und nichts tun.“

In diesem Sinne: Üben Sie doch einmal „nichts tun“. Nur schauen. Riechen, hören, spüren.
Das Meer, das sonnenverbrannte Gras, die Kräuter riechen.
Die Wellen, den Wind, die Insekten und Vögel hören.
Den Wind und die Sonne auf der Haut spüren.

Und das Ganze vollkommen absichtslos. Einfach, weil es da ist…

Lebensrhythmen

004_1Auf dieses Thema stieß ich in dieser schlaflosen Nacht (heute bin ich seit 3 Uhr wach, gestern seit 4:30 Uhr), als ich bei Twitter stöberte. Ein Artikel über die ständige Erreichbarkeit führte zu diesem Beitrag.

Rhythmus ist etwas sehr elementares und wichtiges. Wir erleben Rhythmen in der Natur, aber eben auch in unserem Leben. Ob wir uns einen Tag anschauen, einen Monat, ein Jahr oder unser Leben.

Das Thema spielt auch beim Coworking-Experiment eine Rolle. Ich muss sehen, wie ich auch im Coworking-Büro meine Pausen mache, vor allem meine Mittagspause und meine anschließende Kurz-Siesta hinbekomme. Aber da bin ich ja kreativ.

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Den Sommer erwandern

20160807_152234In den letzten Monaten versuche ich jeden Sonntag frei zu halten für eine Tageswanderung. Ich freue mich schon die ganze Woche darauf, weil es einfach das Beste ist, was ich für mich entdeckt habe.
Es geht mir vor allem darum, den ganzen Tag draußen zu sein, in der Natur. Auch die Bewegung tut mir gut, aber ich baue auch immer wieder Pausen ein. Um einfach nur da zu sitzen und in die Weite zu schauen. Um die vielen Ideen aufzuschreiben, die mir beim Wandern kommen (wenn ich alleine gehe). Um irgendwo einzukehren, lecker zu essen und mich mit meiner Wanderbegleitung zu unterhalten.

Ich erlebe beim Wandern reine Glücksgefühle, obwohl ich mich früher nie bewegt habe und schon einen Spaziergang anstrengend fand. Das hat sich in den letzten Jahren sehr geändert und das ist ein weiterer Aspekt, der mich freut. Auch im Alter kann man also noch seine Fittness gemächlich steigern und Bewegung regelrecht genießen.

Alleine, zu zweit oder in Gruppen?

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Eine geniale und verrückte Idee?

Meine Türkei-Seminare kurzfristig nach Deutschland verlegen – im August.

20160710_124208Bisher biete ich ja im Frühjahr und Herbst verschiedene Seminare in der Türkei an. Doch angesichts der aktuellen Lage scheint mir das keine gute Idee zu sein. Ich überlege noch, ob ich wie immer Mitte September dorthin fahre, aber Seminare werde ich im Moment dort nicht anbieten.

Da kam mir gestern morgen auf dem Balkon eine Idee – und ich frage Sie, ob das eine Option ist.
Wenn es kurzentschlossene Menschen gibt, die sagen: „Genau das ist es!“, dann würde ich auch in Windeseile die logistischen Voraussetzungen planen und organisieren. Denn es kämen dazu nur zwei Wochen im August in Frage, also ganz bald.

Als Termine könnte ich anbieten im August
Montag 08.-Samstag 13. August (am Sonntag vorher Anreise)
oder
Montag 15.- Samstag 20. August

Ein Seminar mit Kreativitätstechniken und Wandern im Bergischen Land- zur Bearbeitung Ihrer aktuellen Themen und Projekte

20160710_154041In der Ausschreibung auf der Webseite  finden Sie Beispiele, wie wir in diesen Seminaren arbeiten. Im Grunde sind alle Themen geeignet, die mit Ihrer beruflichen und privaten Lebensplanung zu tun haben.

In einer Woche  fern vom Alltag hat man einfach ganz anders Zeit, in sein Thema einzutauchen.

Den Ablauf könnte ich hier ähnlich gestalten wie in der Türkei. Hier meine ersten Ideen.

(Wie so der grobe Ablauf der Woche in der Türkei war, können Sie am ausführlichsten hier nachlesen.
Diese Blöcke können wir ebenso auf die Bergischen Seminare übertragen.
Detailinfos erhalten Sie dann später.)

P1020858Unser „Seminarraum“ wäre in diesem Fall kein Köşk, sondern eine mongolische Jurte im Nachbardorf. Ich würde sagen, das ist sogar eine enorme Steigerung, ich liebe die Atmosphäre in dieser wunderschönen Jurte.

Von hier aus können wir ebenso täglich eine Wanderung unternehmen. Die möglichen Wanderrouten können Sie wiederum auch auf der Webseite schauen, da ich sie für den Kreativ-Walk® nutze.

Sie würden sich in der Nähe ein Zimmer buchen oder eine Ferienwohnung (da muss ich bei Bedarf noch recherchieren, was es hier so gibt) und könnten hier im Bergischen Land eine Woche Urlaub und Seminar durchführen.

Wie klingt das?

Und wie auch in bei den Türkei-Seminaren: Ich garantiere die Durchführung, wenn sich auch nur ein Mensch anmeldet. Dann ist es quasi ein Einzelcoaching in der Natur.
Denn mir macht diese Arbeit eine große Freude und ich habe bisher einfach nur grandiose Ergebnisse bei den Teilnehmern erlebt, dass ich es ungern ganz ausfallen lassen möchte.

Also, falls Sie mit einem der Türkei-Seminare geliebäugelt haben, nun haben Sie eine grandiose Alternative.
Bei Fragen können Sie mich gerne anrufen unter 02206-81767 oder mailen: info@zamyat-seminare.de.

Und was machen wir bei Regen?

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, auch Regenkleidung mitzubringen, denn das ist in unseren Breiten ja nicht garantiert, dass die ganze Zeit die Sonne scheint. Doch wenn es so wie in den letzten zwei Wochen ist, lässt sich gar vortrefflich wandern…

Genauer Ablaufplan

Ausführlichere Infos erhalten Sie nach der Anmeldung.

Freiheit und Glücksgefühle

20160710_123037Am Honrather Bahnhof parkte ich mein Auto und lief los. Schon nach wenigen Metern durchfluteten mich Glücksgefühle. Frei! Einen ganzen freien und komplett ungeplanten Tag hatte ich vor mir – in schönster Natur.

Ich erinnerte mich an meine schlimmste Burn-Out Zeit, als ich das Wandern neu entdeckte. Damals war ich spontan nach Ahrweiler gefahren, wo ich immer bei Verwandten meine Kinderurlaube verbracht hatte.

Mit jedem Kilometer, den ich mich von zu Hause entfernte, wurde mir leichter. Ich ließ den ganzen Stress und die akute Belastung räumlich hinter mir. Als ich dann dort loswanderte, fühlte ich mich wie im Urlaub und nicht nur auf einem Sonntagsspaziergang.

20160710_124208Ich war weit weg vom Alltag. Es war eine andere Landschaft als das Bergische Land, das half mir, auch innerlich Abstand zu gewinnen.

War es ein Weg-Laufen? Oder ein Hinzu-Laufen? Ich glaube, weder noch. Es ging um’s Laufen selber und um die wunderschöne Natur, die sehr abwechslungsreich war.

So erlebte ich es auch heute wieder.

Den Tag sich vor mir aufrollen lassen. Ganz im Moment sein. Wahrnehmen, wir mir ist. Habe ich Durst? Möchte ich eine Pause machen oder mich bewegen und meinen Körper spüren?

Ich war noch kaum vom Parkplatz runter, schossen mir die ersten Ideen durch den Kopf. Doch ich wollte zuerst in den Wald und in den Schatten, ehe ich sie notierte. Es wäre doch zu albern aus dem Auto zu steigen und schon anfangen zu schreiben… :-).

20160710_115648Nach der ersten Schreibpause ging es also weiter. Plötzlich tauchte hinter mir ein Paar auf. Der Mann redete und redete, pausenlos und ziemlich laut. Ich konnte meine eigenen Gedanken nicht mehr hören. So blieb ich stehen, machte Fotos und ließ sie vorbeigehen.

Lief dann weiter, glücksbeseelt.

In einem netten Dorf peilte ich meine Bank unter der Linde an, um weiterzuschreiben. Dabei genoß ich meine neue Kreation: Wasser mit ein paar Zitronenspritzer. Was das ausmachte! Sehr erfrischend und nicht so langweilig wie immer nur Wasser.

Auf diesem Weg begegnen mir immer wieder Menschen, Paare und Gruppen. Manche grüßen, manche nicht, mit manchen kommt man ins Gespräch, wenn man sich zum dritten Mal trifft.
Dazwischen habe ich meine Ruhe, in der sich Ideen bilden können oder der Kopf immer ruhiger wird. Und ich einfach nur Glücksgefühle erlebe über eine so schönen Tag.

Es ist so einfach. Einfach nur raus aus dem Alltag und sich in der Natur bewegen und Zeit und Raum schaffen, dass sich Dinge entwickeln können – das ist höchstbefriedigend und beglückend.

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Volle Kanne Sommer

BauernhofwegLange Zeit fluchten alle, wo denn der Sommer unter all den Regenschauern sei – und nun ist er heute da. Mit voller Wucht und über 30°.
Und ich bin sicher: die ersten Leute jammern schon darüber, dass es zu heiß ist.

Das fasziniert mich jedes Jahr aufs Neue. In einem Land, wo es gefühlt 70% der Zeit grau und bewölkt und oft auch regnerisch ist, freue ich mich über jeden Sonnenstrahl. Auch wenn ich arbeiten muss. Mit Sonne vor dem Fenster habe ich eine ganz andere Energie und gute Laune.
Wenn es dann mal richtig lecker warm ist, fängt aber auch schon das Gestöhne an. Klar, die Menschen sind auf so ein Wetter gar nicht eingestellt und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Außer im Urlaub.

Man könnte auch rückschließen, dass die Menschen immer das wollen, was sie gerade nicht haben. Das andere ist die Verheißung. Die Realität ist immer doof und voller Mangel.
Aber was ist das für ein Weltbild? Für eine Haltung? Wie beschissen muss man sich dann fühlen?

Also, ich freue mich über warme Tage, an denen ich mal keine eiskalten Füße im Nord-Büro habe, wo ich leichtbekleidet am Laptop sitze oder auf die Straße gehe. Auf dem Balkon spanne ich dann eben den Sonnenschirm auf oder gehe im Wald wandern. Wobei ich es ab und zu auch genieße, mal die richtig heiße Sonne auf mir zu spüren, verbrannte Wiese zu riechen und Kräuter und Gewächs, das intensiv duftet. Da werden Kindheitserinnerungen wach, die ja sehr stark mit Gerüchen zusammenhängen.

So beispielsweise der Geruch, wenn erste dicke Regentropfen an einem heißen Sommertag auf die Straße fielen. Das riecht!! Ich meine, in meiner Kindheit gab es noch richtig lange heiße Sommer, mit hitzefrei  und auf der Straße dümpeln, träge auf den Stufen vor dem Haus sitzen und Sauerampfer pflücken und essen. (Wächst der überhaupt im Sommer? Keine Ahnung)

Meine Lebensgeister sind jedenfalls im Sommer voll da. Ich wache sehr früh auf, stehe früh auf, mache Yoga und frühstücke auf dem Balkon – ehe ich dann ins Büro marschiere und fröhlich mein Laptop aufklappe.

Abends ist es lange hell (was ich einfach nur liebe!) und so kann ich dann noch ne Runde walken, wenn es etwas kühler ist. Was ich ansonsten mittags mache. Und in lauen Sommernächten noch draußen sitzen ist mit so das Schönste, was ich kenne.

Der Höhepunkt ist es dann, auch draußen auf dem Balkon zu schlafen. Da muss es aber schon ein paar Tage durchgehend warm sein – und heute ist ja erst der erste Tag Sommer. Daher warte ich damit noch ein bisschen.

Anleitung für einen Kreativ-Walk®

Den Kreativ-Walk® habe ich als eigenes Seminar entwickelt, nachdem ich immer wieder feststellte, wie mir beim Wandern jede Menge Ideen von selbst zuflogen. Die Bewegung in der Natur machte mir den Kopf frei und brachte mir zudem viel Energie und gute Laune.

Der Kreativ-Walk® ist auch Bestandteil meiner Türkei-Seminare, wo wir uns 6 Tage lang intensiv mit dem Herzensprojekt befassen.

Sie können Ihn aber auch zu Hause einbauen. Vielleicht am besten an einem Sonntag, falls Sie sich nicht in der Woche einen ganzen Tag dafür frei schaufeln können. (Bei Freiberuflern wäre das ja zumindest theoretisch möglich).

Planen Sie dafür mindestens einen halben Tag ein, besser noch einen ganzen, damit Sie auch entsprechende Pausen einplanen können und ganz ohne Druck den Tag gestalten können. Pausen sind für die Kreativität oft das Wichtigste, denn da haben die Ideen Zeit, sich zu entwickeln.

Wählen Sie einen Wanderweg in der Natur, entweder einen, den Sie schon kennen oder auch einen neuen. Es gibt von jeder Region sehr gute Wanderwegbeschreibungen, die Sie einfach im Internet finden. Sie sind meiner Erfahrung nach auch meist gut ausgezeichnet- und das Erkunden neuer Wege und nach den Zeichen suchen ist schon ein wunderbarer Bestandteil des Kreativ-Walks.

Ich stelle Ihnen nun einige mögliche Stationen vor, die Sie dann selbst nach Gegebenheit (eine Bank oder eine andere Sitzmöglichkeit – oder nach Zeit) an den passenden Stellen einbauen.

(Tipps, was Sie auf den Kreativ-Walk mitnehmen, bekommen Sie in der Checkliste, die Sie hier finden).

Stationen

Am besten wählen Sie 5-8 Stationen aus, bei mir hängt es von der Länge der Wanderung und dem konkreten Wanderweg ab, wieviele Stationen es gibt. Stationen bedeutet auch nicht immer unbedingt anhalten, manche Aufgaben und Phasen werden während des Wanderns gemacht.

Station 1: Ihr Thema oder Ihre Frage klären

Das machen Sie am Ausgangspunkt, z.B. am Parkplatz, von dem aus Sie losgehen.
Machen Sie sich Ihre Frage, Ihr Thema noch einmal klar und notieren Sie diese, wenn Sie es nicht vorher schon gemacht haben.

Station 2: Gehen

Laufen Sie dann erst einmal einfach los, ohne bewusst an etwas zu denken. Spüren Sie die Bewegung, schauen und spüren Sie die Natur um sich herum. Bei einem Kreativ-Walk (in Ahrweiler) geht es erst einmal steil bergauf, so dass ich außer Atem bin und kaum denken, geschweige denn sprechen kann. Jedes Mal wenn ich dann oben an der Bank ankomme, merke ich, dass mein Kopf frei ist!

Genießen Sie also erst einmal nur das Gehen in der Natur, das Gefühl von Freiheit, mal einen Tag raus aus dem Alltag, weg von zu Hause zu sein. Ein bisschen Abenteuer genießen, neue Wege gehen.

Station 3: Reizworte sammeln

    

Sie können sich nach ca. 30 Minuten eine Bank suchen oder während Sie weitergehen nach „Reizworten“ Ausschau halten. In diesem Fall sind es keine Worte, sondern irgendwelche Gegenstände, die Ihnen plötzlich ins Auge fallen. Es muss überhaupt nichts Besonderes sein. Ob es ein Baumstumpf ist, eine Zigarettenkippe, ein Hochsitz, ein Vogel am Himmel, eine dicke Wolke – es ist völlig egal. Schreiben Sie sich alle Reizworte auf, die Ihnen ins Auge springen,  vielleicht machen Sie auch Fotos davon.

Station 4: Wählen Sie drei Reizworte aus

Suchen Sie sich dann eine Sitzgelegenheit, auf einer Bank oder auf der Wiese.

Jetzt kommt der „schwierige“  kreative Teil: Stellen Sie eine Verbindung zwischen den Reizworten und Ihrer Frage her.

Beispiel: Ihr Thema war vielleicht: „Wie bekomme ich mehr Teilnehmer für mein Lieblingssseminar?“ oder „Wie kann ich meinen Mann davon überzeugen aufs Land zu ziehen?“ oder was auch immer.

Ein Reizwort ist zum Beispiel: Hubschrauber.

Dann spinnen Sie erst einmal fröhlich los, ganz nach den Regeln des klassischen Brainstormings. Alles ist erlaubt, es geht erst einmal um Menge. Ruhig auch völlig verrückte Ideen aufschreiben, daraus können später dann noch ganz andere entstehen…

Diese Ideen schreiben Sie ohne großes Nachdenken und OHNE JEDE INNERE ZENSUR alle untereinander auf:

– Die Teilnehmer mit einem Hubschrauber abholen lassen
– Den Teilnehmern eine kostenlose Ballonfahrt versprechen
– Etwas Auffälliges in meine Werbung packen
– kleine Plastik-Flugzeuge in Werbebriefe stecken
– ein Video drehen, bei dem am Anfang ein Hubschrauber durch das Bild fliegt
– einen Hubschrauber mieten, der ein Werbebanner von mir hinter sich herzieht

usw.

Das sind natürlich in der Tat „verrückte“ Ideen, aber:
1. macht es Spaß, so rumzuspinnen und gute Laune und es macht den Kopf frei und locker
2. kann ich mit ein wenig „Übersetzungsarbeit“ daraus brauchbare Ideen basteln

Was heißt Übersetzungsarbeit? Wenn ich es nicht wortwörtlich nehme, sondern im übertragenen Sinne verstehe, was fällt mir dann dazu ein?
Was fällt mir ansonsten durch diese Ideen sonst noch ein?

Mir fällt das Wort „Überflieger“ ein, was könnte ich daraus basteln? In der Ausschreibung?
Mir fällt ein, wie ich in einem Zeichenkurs gelernt habe, lustige Hubschrauber fürs Flipchart zu zeichnen. Vielleicht kann ich das für die Werbung nutzen?
usw.

Sie sehen vielleicht, wie sich daraus konkrete Gedankengänge entwickeln.

Pause

Nun machen Sie einfach mal Pause, essen und trinken etwas, vielleicht gibt es irgendwo ein Plätzchen, wo Sie eine kurze Siesta machen können.
Beim Böll-Weg habe ich einen Baum auf einer Wiese mit Weitblick, wo ich mich nach dem Mittagessen gerne kurz hinlege.

Station 5: Schreibdenken

Wenn Sie die Mittagspause in einem Lokal gemacht haben, gehen Sie ein Stück weiter und suchen sich einen schönen Platz in der Natur.

Nehmen Sie Ihr Heft raus und schreiben Sie einfach drauf los, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Möglichst ohne nachzudenken und ohne Pausen. Sie müssen nicht an irgendwelche Reizworte oder Methoden denken. Schreiben Sie einfach 10-15 Minuten am Stück alle Gedanken auf, die Ihnen gerade kommen.

Station 6: Weiterwandern

Nun wandern Sie weiter und vielleicht kommt Ihnen ein Spruch in den Sinn, ein Liedtitel, ein Motto?

Beim Böll-Weg steht dort ein Wegkreuz, auf dem steht: „Licht wird auf deinem Weg scheinen“.

Wie können Sie diesen Spruch, das Motto, den Lied-Titel auf Ihr Thema beziehen? Was fällt Ihnen dazu ein…

Lassen Sie den Impuls beim weiterwandern einfach wirken, Sie müssen nichts  bewusst tun.

Station 7: Sitzen, Notizen machen, schauen, was noch kommt

Nach 1-2 Stunden können Sie noch einmal anhalten und aufschreiben, was Ihnen vielleicht in der Zwischenzeit an Ideen und Anregungen durch den Kopf ging. Vielleicht sind auch noch Fragen aufgetaucht oder der Wunsch, schon mal etwas zu strukturieren? Schreiben Sie auf, malen Sie ein Mind Map oder Skizzen- oder schauen Sie einfach auf die schöne Landschaft.

Station 8: Ausblick, Bogen zum Anfang spannen

Nun sind Sie entweder wieder am Ausgangspunkt angekommen oder kurz davor.
Spannen Sie einen Bogen und betrachten Sie den gesamten Tag. Wie würden Sie die Essenz beschreiben, wenn Sie es mit 5 Sätzen tun müssten.

Schreiben Sie diese auf.

Sie können auch ein Gedicht schreiben, wenn das besser passt.

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Sie können später zu Hause mit der Reizwort-Methode weiter arbeiten, doch für heute sollten Sie erst einmal alles sacken lassen und den Sonnenuntergang genießen.

Meine Erfahrung und die der anderen Teilnehmer ist, dass oft sehr schnell viele Ideen auf einen einstürmen, so dass man ständig stehen bleiben muss, um sich Notizen zu machen. Das ist natürlich völlig in Ordnung, denn deshalb machen Sie diesen Walk.

Lassen Sie sich die Dinge so entwickeln, wie sie sich entwickeln. Und auch wenn scheinbar gar nichts passiert und sie an Gott und die Welt oder gar nichts denken und nur den ganzen Tag laufen, ohne eine einzige Idee aufzuschreiben – seien Sie sicher, dass Ihnen und Ihrer Kreativität dieser Tag gut getan hat. Und dass anschließend die Weiterarbeit am Thema um vieles leichter geht und produktiver ist. So oder so- dieser Tag ist ein Gewinn und ein Geschenk. Genießen Sie es!

ABC des Kreativ-Walks®

Eine kleine Sprachspielerei

Was so ein Kreativ-Walk® oder ein Wander-Coaching bewirken und beinhalten kann, führe ich hier spielerisch auf, indem ich Assoziationen zu jedem Buchstaben des Alphabets schreibe.

Vielleicht fällt Ihnen noch mehr dazu ein? Dann können Sie die Sammlung gerne ergänzen.

Übrigens: der nächste Termin für einen Kreativ-Walk ist der 26. Juni. Der Bauernhof-Weg im Bergischen Land. Er startet vom Bahnhof Honrath aus, so dass Sie auch mit dem Zug anreisen können.
Anmeldung

Achtsamer Anfang
Anstrengender Aufstieg

Beharrliche Bewegung
Bezaubernde Bilder

Charismatisches cleveres Coaching 🙂

Durchlüftetes Denken
Dauerhafter Durchblick
Dramatisches   Durchhalten

Erfolge erwandern
Energetisches Erinnern
Erfreuliche Entdeckung
Einfallsreiche Erkenntnisse

Fruchtbare Frische
Fesselnde Fotos

Geniale Gedanken

Humorvolle Höhenflüge

Innovative Ideen
Intuitive Inspiration

Jederzeit jugendlich 🙂
Jodelndes Jauchzen
Jährliches   Journal

Kreative Klarheit

Lustvolles Latschen
Liebevolles Lümmeln

Mühelose Mind Maps
Mutiges Marschieren
Mit Mut-Muskel

Natürliches Nachdenken
Neue Niederlassung

Offensichtliche Ordnung
Originelle Offenbarung

Praktische Produkte
Prima Prozesse

Quirliges Querdenken

Risikofreudiges Reisen und Rasten
Rätselhafte Reizworte

Sinnesfrohe Sammlung
Seltene Stimmungen

Tapsende Tiere
Taufrische Träume
Tapfere Taten

Unvergessliche Unterhaltung
Ursprüngliches Urlaubsfeeling
Unglaubliche Umorientierung

Völlige Vielfalt
Vielseitige Veranstaltungsplanung

Wunderbare Weitblicke
Weise Worte

Xylithische Xylophonklänge

Yin-Yoga

Zielstrebige Ziele
Zauberhafte Zeichnungen

Sie wollen mitwandern? Genauere Infos zum Bauernhof-Weg.
Melden Sie sich hier an.

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Schwanensee für drei Enten

20160512_063804Heute haben wir uns vor dem Frühstück aufgemacht nach Olympos, einer Ausgrabungsstätte in der Nähe von Çıralı. In der sanften Morgensonne ist es dort besonders schön, und es sind noch keine anderen Touristen da.

So können wir die mystische Atmosphäre des Ortes in Stille genießen und dort nach Zeichen und Anregungen suchen für das Thema, das gerade bearbeitet werden soll.

Manchmal bietet sich die Reizwort-Methode an, heute waren es aber mehr Erlebnisse und Situationen, die wir als Hinweise für unsere Fragen nehmen konnten.

Zum besseren Verständnis ein paar Beispiele:

Drei Hunde

20160512_072826Bis zur Ausgrabungsstätte gehen wir ca. 20 Minuten am Strand entlang. Sofort waren Hunde um uns herum, die ich erst mal verscheuchen wollte. Sie ließen sich aber nicht beirren. Nach einer Weile fiel mir dann auf: der schwarze Hund lief neben I., der weiße Hund neben V. und mir hatte ich dann den braunen Hund zugeordnet. Und mir kam der Satz in den Sinn: Wir haben drei Begleiter. Das fand ich dann ganz nett und die Hunde gingen tatsächlich die ganzen drei Stunden mit uns hin und zurück.

Diese Zahl drei begegnete uns im folgenden noch öfter.

In Olympos führen mehrere Seitenwege zu Ruinen von Kirchen und einem römischen Tempel, zu Sarkophargen und anderen Bauten. Als ich vom zweiten Weg zurück kam, sah ich im Fluß drei Enten dicht zusammen schwimmen.
Ah, wieder drei, dachte ich und wollte ein Foto von der Idylle machen.

20160512_073109Da stürzten sich unsere drei Hunde auf sie, balancierten auf Steinen und Schlamm und sprangen teilweise ins Wasser und kläfften die armen Enten an. Diese schwammen etwas hektischer davon, die Hunde  von beiden Uferseiten aus oder gar im Wasser jagten sie weiter. Die Enten schwammen hin und her, flatterten mal ein bisschen, ließen sich aber nicht wirklich ins Bockshorn jagen. Erst später fiel mir ein, dass sie ja auch locker hätten wegfliegen können.

Schließlich schlug ich vor, dass wir weitergehen, damit die Hunde uns folgen. Was sie dann auch brav taten und die armen Enten in Ruhe ließen.

Wie entwickelt man daraus Ideen und Lösungen?

Später auf dem Köşk arbeiteten wir im Sinne der Reizwort-Methode damit weiter.

Meine Fragestellung bezog sich auf die nächsten Seminare, die ich im Herbst in der Türkei wieder anbieten möchte. Da war dann eins der Reizworte „Begleiter“. Daraus kann sich die Frage ergeben: Will ich die Seminare mit einem anderen Trainer zusammen anbieten? Oder: Wen kann ich hier vor Ort als „Begleiter“ einsetzen, also als Unterstützung? Und dazu fielen mir einige konkrete Möglichkeiten ein.

Die Situation mit den gejagten Enten könnte man als Beispiel dafür nehmen, sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen zu lassen, wenn jemand „bellt“. Wenn sich also andere aufregen oder einen nerven oder oder… Das hängt natürlich von der konkreten Fragestellung ab, was man da als Metapher sieht.

Kreative Gedankenspiele

Diese Spielereien mit Worten und Situationen machen Spaß und öffnen den Geist für wirklich neue Gedankengänge und Wege. Dabei springen die Assoziationen frei hin und her. Um bei meinem Beispiel zu bleiben: Mal ging es um Methoden, mal um den Rahmen des Seminars, um mögliche Veränderungen, neue Wege (ganz wörtlich), mal um die Gruppe oder um mein eigenes Verhalten.

Das Ordnen und Auswählen der Ideen und Gedanken kommt dann erst im nächsten Schritt.

Auch der Titel für diesen Beitrag war einfach so ein spontaner Einfall, der uns zum Lachen brachte und der mir gefiel.
Man könnte ihn beispielsweise so interpretieren, dass im Leben manches oft dramatischer aussieht, als es in Wirklichkeit ist. Oder dass es manchen Spaß macht, „Theater zu spielen“ oder „Dramen aufzuführen“ oder gar ein Ballett.

Es könnte aber auch die Idee daraus erwachsen, im Seminar am Ende ein Theaterstück aufzuführen oder einen Sketch einzubauen – was auch immer an Assoziationen entsteht.

Probieren Sie es mal aus:
Entweder haben Sie schon eine konkrete Fragestellung oder ein Problem und dann halten Sie einfach mal die Augen offen, welche „Zeichen“ Ihnen begegnen.

Oder Sie erleben solche Situationen, die Ihnen irgendwie auffallen, und die speichern Sie quasi auf Vorrat für eine spätere Kreativübung zu einem Thema.