Anleitung für einen Kreativ-Walk®

Den Kreativ-Walk® habe ich als eigenes Seminar entwickelt, nachdem ich immer wieder feststellte, wie mir beim Wandern jede Menge Ideen von selbst zuflogen. Die Bewegung in der Natur machte mir den Kopf frei und brachte mir zudem viel Energie und gute Laune.

Der Kreativ-Walk® ist auch Bestandteil meiner Türkei-Seminare, wo wir uns 6 Tage lang intensiv mit dem Herzensprojekt befassen.

Sie können Ihn aber auch zu Hause einbauen. Vielleicht am besten an einem Sonntag, falls Sie sich nicht in der Woche einen ganzen Tag dafür frei schaufeln können. (Bei Freiberuflern wäre das ja zumindest theoretisch möglich).

Planen Sie dafür mindestens einen halben Tag ein, besser noch einen ganzen, damit Sie auch entsprechende Pausen einplanen können und ganz ohne Druck den Tag gestalten können. Pausen sind für die Kreativität oft das Wichtigste, denn da haben die Ideen Zeit, sich zu entwickeln.

Wählen Sie einen Wanderweg in der Natur, entweder einen, den Sie schon kennen oder auch einen neuen. Es gibt von jeder Region sehr gute Wanderwegbeschreibungen, die Sie einfach im Internet finden. Sie sind meiner Erfahrung nach auch meist gut ausgezeichnet- und das Erkunden neuer Wege und nach den Zeichen suchen ist schon ein wunderbarer Bestandteil des Kreativ-Walks.

Ich stelle Ihnen nun einige mögliche Stationen vor, die Sie dann selbst nach Gegebenheit (eine Bank oder eine andere Sitzmöglichkeit – oder nach Zeit) an den passenden Stellen einbauen.

(Tipps, was Sie auf den Kreativ-Walk mitnehmen, bekommen Sie in der Checkliste, die Sie hier finden).

Stationen

Am besten wählen Sie 5-8 Stationen aus, bei mir hängt es von der Länge der Wanderung und dem konkreten Wanderweg ab, wieviele Stationen es gibt. Stationen bedeutet auch nicht immer unbedingt anhalten, manche Aufgaben und Phasen werden während des Wanderns gemacht.

Station 1: Ihr Thema oder Ihre Frage klären

Das machen Sie am Ausgangspunkt, z.B. am Parkplatz, von dem aus Sie losgehen.
Machen Sie sich Ihre Frage, Ihr Thema noch einmal klar und notieren Sie diese, wenn Sie es nicht vorher schon gemacht haben.

Station 2: Gehen

Laufen Sie dann erst einmal einfach los, ohne bewusst an etwas zu denken. Spüren Sie die Bewegung, schauen und spüren Sie die Natur um sich herum. Bei einem Kreativ-Walk (in Ahrweiler) geht es erst einmal steil bergauf, so dass ich außer Atem bin und kaum denken, geschweige denn sprechen kann. Jedes Mal wenn ich dann oben an der Bank ankomme, merke ich, dass mein Kopf frei ist!

Genießen Sie also erst einmal nur das Gehen in der Natur, das Gefühl von Freiheit, mal einen Tag raus aus dem Alltag, weg von zu Hause zu sein. Ein bisschen Abenteuer genießen, neue Wege gehen.

Station 3: Reizworte sammeln

    

Sie können sich nach ca. 30 Minuten eine Bank suchen oder während Sie weitergehen nach „Reizworten“ Ausschau halten. In diesem Fall sind es keine Worte, sondern irgendwelche Gegenstände, die Ihnen plötzlich ins Auge fallen. Es muss überhaupt nichts Besonderes sein. Ob es ein Baumstumpf ist, eine Zigarettenkippe, ein Hochsitz, ein Vogel am Himmel, eine dicke Wolke – es ist völlig egal. Schreiben Sie sich alle Reizworte auf, die Ihnen ins Auge springen,  vielleicht machen Sie auch Fotos davon.

Station 4: Wählen Sie drei Reizworte aus

Suchen Sie sich dann eine Sitzgelegenheit, auf einer Bank oder auf der Wiese.

Jetzt kommt der „schwierige“  kreative Teil: Stellen Sie eine Verbindung zwischen den Reizworten und Ihrer Frage her.

Beispiel: Ihr Thema war vielleicht: „Wie bekomme ich mehr Teilnehmer für mein Lieblingssseminar?“ oder „Wie kann ich meinen Mann davon überzeugen aufs Land zu ziehen?“ oder was auch immer.

Ein Reizwort ist zum Beispiel: Hubschrauber.

Dann spinnen Sie erst einmal fröhlich los, ganz nach den Regeln des klassischen Brainstormings. Alles ist erlaubt, es geht erst einmal um Menge. Ruhig auch völlig verrückte Ideen aufschreiben, daraus können später dann noch ganz andere entstehen…

Diese Ideen schreiben Sie ohne großes Nachdenken und OHNE JEDE INNERE ZENSUR alle untereinander auf:

– Die Teilnehmer mit einem Hubschrauber abholen lassen
– Den Teilnehmern eine kostenlose Ballonfahrt versprechen
– Etwas Auffälliges in meine Werbung packen
– kleine Plastik-Flugzeuge in Werbebriefe stecken
– ein Video drehen, bei dem am Anfang ein Hubschrauber durch das Bild fliegt
– einen Hubschrauber mieten, der ein Werbebanner von mir hinter sich herzieht

usw.

Das sind natürlich in der Tat „verrückte“ Ideen, aber:
1. macht es Spaß, so rumzuspinnen und gute Laune und es macht den Kopf frei und locker
2. kann ich mit ein wenig „Übersetzungsarbeit“ daraus brauchbare Ideen basteln

Was heißt Übersetzungsarbeit? Wenn ich es nicht wortwörtlich nehme, sondern im übertragenen Sinne verstehe, was fällt mir dann dazu ein?
Was fällt mir ansonsten durch diese Ideen sonst noch ein?

Mir fällt das Wort „Überflieger“ ein, was könnte ich daraus basteln? In der Ausschreibung?
Mir fällt ein, wie ich in einem Zeichenkurs gelernt habe, lustige Hubschrauber fürs Flipchart zu zeichnen. Vielleicht kann ich das für die Werbung nutzen?
usw.

Sie sehen vielleicht, wie sich daraus konkrete Gedankengänge entwickeln.

Pause

Nun machen Sie einfach mal Pause, essen und trinken etwas, vielleicht gibt es irgendwo ein Plätzchen, wo Sie eine kurze Siesta machen können.
Beim Böll-Weg habe ich einen Baum auf einer Wiese mit Weitblick, wo ich mich nach dem Mittagessen gerne kurz hinlege.

Station 5: Schreibdenken

Wenn Sie die Mittagspause in einem Lokal gemacht haben, gehen Sie ein Stück weiter und suchen sich einen schönen Platz in der Natur.

Nehmen Sie Ihr Heft raus und schreiben Sie einfach drauf los, was Ihnen gerade durch den Kopf geht. Möglichst ohne nachzudenken und ohne Pausen. Sie müssen nicht an irgendwelche Reizworte oder Methoden denken. Schreiben Sie einfach 10-15 Minuten am Stück alle Gedanken auf, die Ihnen gerade kommen.

Station 6: Weiterwandern

Nun wandern Sie weiter und vielleicht kommt Ihnen ein Spruch in den Sinn, ein Liedtitel, ein Motto?

Beim Böll-Weg steht dort ein Wegkreuz, auf dem steht: „Licht wird auf deinem Weg scheinen“.

Wie können Sie diesen Spruch, das Motto, den Lied-Titel auf Ihr Thema beziehen? Was fällt Ihnen dazu ein…

Lassen Sie den Impuls beim weiterwandern einfach wirken, Sie müssen nichts  bewusst tun.

Station 7: Sitzen, Notizen machen, schauen, was noch kommt

Nach 1-2 Stunden können Sie noch einmal anhalten und aufschreiben, was Ihnen vielleicht in der Zwischenzeit an Ideen und Anregungen durch den Kopf ging. Vielleicht sind auch noch Fragen aufgetaucht oder der Wunsch, schon mal etwas zu strukturieren? Schreiben Sie auf, malen Sie ein Mind Map oder Skizzen- oder schauen Sie einfach auf die schöne Landschaft.

Station 8: Ausblick, Bogen zum Anfang spannen

Nun sind Sie entweder wieder am Ausgangspunkt angekommen oder kurz davor.
Spannen Sie einen Bogen und betrachten Sie den gesamten Tag. Wie würden Sie die Essenz beschreiben, wenn Sie es mit 5 Sätzen tun müssten.

Schreiben Sie diese auf.

Sie können auch ein Gedicht schreiben, wenn das besser passt.

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Sie können später zu Hause mit der Reizwort-Methode weiter arbeiten, doch für heute sollten Sie erst einmal alles sacken lassen und den Sonnenuntergang genießen.

Meine Erfahrung und die der anderen Teilnehmer ist, dass oft sehr schnell viele Ideen auf einen einstürmen, so dass man ständig stehen bleiben muss, um sich Notizen zu machen. Das ist natürlich völlig in Ordnung, denn deshalb machen Sie diesen Walk.

Lassen Sie sich die Dinge so entwickeln, wie sie sich entwickeln. Und auch wenn scheinbar gar nichts passiert und sie an Gott und die Welt oder gar nichts denken und nur den ganzen Tag laufen, ohne eine einzige Idee aufzuschreiben – seien Sie sicher, dass Ihnen und Ihrer Kreativität dieser Tag gut getan hat. Und dass anschließend die Weiterarbeit am Thema um vieles leichter geht und produktiver ist. So oder so- dieser Tag ist ein Gewinn und ein Geschenk. Genießen Sie es!

ABC des Kreativ-Walks®

Eine kleine Sprachspielerei

Was so ein Kreativ-Walk® oder ein Wander-Coaching bewirken und beinhalten kann, führe ich hier spielerisch auf, indem ich Assoziationen zu jedem Buchstaben des Alphabets schreibe.

Vielleicht fällt Ihnen noch mehr dazu ein? Dann können Sie die Sammlung gerne ergänzen.

Übrigens: der nächste Termin für einen Kreativ-Walk ist der 26. Juni. Der Bauernhof-Weg im Bergischen Land. Er startet vom Bahnhof Honrath aus, so dass Sie auch mit dem Zug anreisen können.
Anmeldung

Achtsamer Anfang
Anstrengender Aufstieg

Beharrliche Bewegung
Bezaubernde Bilder

Charismatisches cleveres Coaching 🙂

Durchlüftetes Denken
Dauerhafter Durchblick
Dramatisches   Durchhalten

Erfolge erwandern
Energetisches Erinnern
Erfreuliche Entdeckung
Einfallsreiche Erkenntnisse

Fruchtbare Frische
Fesselnde Fotos

Geniale Gedanken

Humorvolle Höhenflüge

Innovative Ideen
Intuitive Inspiration

Jederzeit jugendlich 🙂
Jodelndes Jauchzen
Jährliches   Journal

Kreative Klarheit

Lustvolles Latschen
Liebevolles Lümmeln

Mühelose Mind Maps
Mutiges Marschieren
Mit Mut-Muskel

Natürliches Nachdenken
Neue Niederlassung

Offensichtliche Ordnung
Originelle Offenbarung

Praktische Produkte
Prima Prozesse

Quirliges Querdenken

Risikofreudiges Reisen und Rasten
Rätselhafte Reizworte

Sinnesfrohe Sammlung
Seltene Stimmungen

Tapsende Tiere
Taufrische Träume
Tapfere Taten

Unvergessliche Unterhaltung
Ursprüngliches Urlaubsfeeling
Unglaubliche Umorientierung

Völlige Vielfalt
Vielseitige Veranstaltungsplanung

Wunderbare Weitblicke
Weise Worte

Xylithische Xylophonklänge

Yin-Yoga

Zielstrebige Ziele
Zauberhafte Zeichnungen

Sie wollen mitwandern? Genauere Infos zum Bauernhof-Weg.
Melden Sie sich hier an.

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Schwanensee für drei Enten

20160512_063804Heute haben wir uns vor dem Frühstück aufgemacht nach Olympos, einer Ausgrabungsstätte in der Nähe von Çıralı. In der sanften Morgensonne ist es dort besonders schön, und es sind noch keine anderen Touristen da.

So können wir die mystische Atmosphäre des Ortes in Stille genießen und dort nach Zeichen und Anregungen suchen für das Thema, das gerade bearbeitet werden soll.

Manchmal bietet sich die Reizwort-Methode an, heute waren es aber mehr Erlebnisse und Situationen, die wir als Hinweise für unsere Fragen nehmen konnten.

Zum besseren Verständnis ein paar Beispiele:

Drei Hunde

20160512_072826Bis zur Ausgrabungsstätte gehen wir ca. 20 Minuten am Strand entlang. Sofort waren Hunde um uns herum, die ich erst mal verscheuchen wollte. Sie ließen sich aber nicht beirren. Nach einer Weile fiel mir dann auf: der schwarze Hund lief neben I., der weiße Hund neben V. und mir hatte ich dann den braunen Hund zugeordnet. Und mir kam der Satz in den Sinn: Wir haben drei Begleiter. Das fand ich dann ganz nett und die Hunde gingen tatsächlich die ganzen drei Stunden mit uns hin und zurück.

Diese Zahl drei begegnete uns im folgenden noch öfter.

In Olympos führen mehrere Seitenwege zu Ruinen von Kirchen und einem römischen Tempel, zu Sarkophargen und anderen Bauten. Als ich vom zweiten Weg zurück kam, sah ich im Fluß drei Enten dicht zusammen schwimmen.
Ah, wieder drei, dachte ich und wollte ein Foto von der Idylle machen.

20160512_073109Da stürzten sich unsere drei Hunde auf sie, balancierten auf Steinen und Schlamm und sprangen teilweise ins Wasser und kläfften die armen Enten an. Diese schwammen etwas hektischer davon, die Hunde  von beiden Uferseiten aus oder gar im Wasser jagten sie weiter. Die Enten schwammen hin und her, flatterten mal ein bisschen, ließen sich aber nicht wirklich ins Bockshorn jagen. Erst später fiel mir ein, dass sie ja auch locker hätten wegfliegen können.

Schließlich schlug ich vor, dass wir weitergehen, damit die Hunde uns folgen. Was sie dann auch brav taten und die armen Enten in Ruhe ließen.

Wie entwickelt man daraus Ideen und Lösungen?

Später auf dem Köşk arbeiteten wir im Sinne der Reizwort-Methode damit weiter.

Meine Fragestellung bezog sich auf die nächsten Seminare, die ich im Herbst in der Türkei wieder anbieten möchte. Da war dann eins der Reizworte „Begleiter“. Daraus kann sich die Frage ergeben: Will ich die Seminare mit einem anderen Trainer zusammen anbieten? Oder: Wen kann ich hier vor Ort als „Begleiter“ einsetzen, also als Unterstützung? Und dazu fielen mir einige konkrete Möglichkeiten ein.

Die Situation mit den gejagten Enten könnte man als Beispiel dafür nehmen, sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen zu lassen, wenn jemand „bellt“. Wenn sich also andere aufregen oder einen nerven oder oder… Das hängt natürlich von der konkreten Fragestellung ab, was man da als Metapher sieht.

Kreative Gedankenspiele

Diese Spielereien mit Worten und Situationen machen Spaß und öffnen den Geist für wirklich neue Gedankengänge und Wege. Dabei springen die Assoziationen frei hin und her. Um bei meinem Beispiel zu bleiben: Mal ging es um Methoden, mal um den Rahmen des Seminars, um mögliche Veränderungen, neue Wege (ganz wörtlich), mal um die Gruppe oder um mein eigenes Verhalten.

Das Ordnen und Auswählen der Ideen und Gedanken kommt dann erst im nächsten Schritt.

Auch der Titel für diesen Beitrag war einfach so ein spontaner Einfall, der uns zum Lachen brachte und der mir gefiel.
Man könnte ihn beispielsweise so interpretieren, dass im Leben manches oft dramatischer aussieht, als es in Wirklichkeit ist. Oder dass es manchen Spaß macht, „Theater zu spielen“ oder „Dramen aufzuführen“ oder gar ein Ballett.

Es könnte aber auch die Idee daraus erwachsen, im Seminar am Ende ein Theaterstück aufzuführen oder einen Sketch einzubauen – was auch immer an Assoziationen entsteht.

Probieren Sie es mal aus:
Entweder haben Sie schon eine konkrete Fragestellung oder ein Problem und dann halten Sie einfach mal die Augen offen, welche „Zeichen“ Ihnen begegnen.

Oder Sie erleben solche Situationen, die Ihnen irgendwie auffallen, und die speichern Sie quasi auf Vorrat für eine spätere Kreativübung zu einem Thema.

 

 

Ein Visionstag für mich

Wenn Sie das Gefühl haben, es klemmt etwas in Ihrem Leben oder Sie bräuchten einmal Zeit um zu schauen, wie und wo es für Sie weitergeht, dann können Sie ein Coaching buchen. Oder sich einen Visionstag gönnen.

Die Voraussetzungen und der Rahmen

Vision 1Sie nehmen sich einen kompletten Tag frei. Und wählen vorher schon einen Platz in der Natur aus, der relativ einsam ist und wo Sie möglichst einen schönen Weitblick haben.

Packen Sie sich Papier und Stifte ein, eine Kamera oder Handy mit Kamera und ein Picknick und genug zu trinken. Eine Sitzunterlage oder Matte zum Liegen.

Ein bis zwei Stunden nur schauen

Sie nehmen sich eine Stunde, in der Sie nur in die Weite schauen – und erst einmal Nichts tun. Evtl. ein paar Notizen machen, aber eher nicht.
(Dazu schreibe ich weiter unten noch ausführlicher)

Nach einer Stunde können Sie dann Notizen machen, von Gedanken und Ideen, die in der Zeit auftauchten. Sie können das sehr gut in Mind Map Form machen.

Visions-Geschichte

Dann nehmen Sie Papier und Stift und schreiben in einem Fluß mit der Methode des „Schreibdenkens“. Das bedeutet, Sie müssen vorher keine genaue Idee haben, sondern die Ideen dürfen sich beim Schreiben entwickeln.

Beispiel:

Wenn Sie Ihr zukünftiges Leben für die nächsten drei Jahre planen, dann nehmen Sie als Überschrift: Mein ideales Leben in drei Jahren.

Und dann schreiben Sie einfach drauf los. Sie malen sich in den leuchtendesten Farben aus, wie Ihr ideales Leben in drei Jahren aussehen wird.
Sie können es ganz allgemein beschreiben, oft ist es aber noch wirkungsvoller, wenn man einen konkreten Tag beschreibt.

Auf jeden Fall formulieren Sie es in der Gegenwart, als ob es schon real wäre und eben so konkret wie möglich, mit allen Sinnen.

Sie werden dann selbst merken, ob Sie „es erwischt haben“, Ihren Traum, Ihre Vision. Das merken Sie nämlich dann, wenn Ihnen beim Schreiben und Lesen das Herz aufgeht, Sie ein Strahlen in Ihrem Gesicht bemerken, Sie sich beim Lesen freuen und wohl fühlen.

Wenn Sie ein anderes Thema haben, dann malen Sie sich eben Ihr entsprechendes Projekt in den schönsten Farben aus, Ihre zukünftige Beziehung oder was auch immer Ihr Thema ist.

Wichtig: In der Ich Form, konkret, in der Gegenwart, mit allen Sinnen und positiven Gefühlen.

Erfahrungen

Ich kenne es aus meinen früheren Retreats (Schweige-Meditations-Tage): Wenn man sch in die Natur in die Stille zurück zieht, dreht der Geist erst einmal so richtig auf. Die Gedanken jagen sich, oft völliger Blödsinn, und kommen nicht so schnell auf Befehl zur Ruhe.
Der Motor braucht Zeit, ehe er ganz runterfährt.

Daher ist es für die meisten von uns eine große Herausforderung, einfach mal still zu sitzen und wirklich NICHTS zu tun. Ohne Aufgabe, ohne Ziel, ohne Ablenkung – einfach nur schauen.

Tahtali und DerwischbaumAuf meinem Visionsplatz in der Türkei  hat man immerhin einen grandiosen Weitblick über das Tal der Verheißung (von mir so benannt 🙂 und auf den Tahtali. Da kann man schon eine Weile sitzen und schauen und staunen. Und den Wind und die Sonne auf der Haut spüren, dem Vogelzwitschern lauschen, dem Insektensummen und die Gräser riechen. Nach und nach reduziert auf die bloße Wahrnehmung.

Dann ist man schon einen ganzen Schritt weiter: Die Gedanken verlangsamen sich oder treten in den Hintergrund. Und im Schauen und Spüren kann dann schon mal fast unmerklich eine Idee aufkeimen, ein neuer klarer Gedanke.

Nach der Phase des Nichts-Tuns von 1-2 Stunden bekommen die Teilnehmer des Seminars dann eine konkrete Aufgabe, eben das oben beschriebene Schreibdenken zu ihrer Vision.

Wie geht es weiter?

Wahrscheinlich fühlen Sie sich jetzt schon ganz anders als zu Beginn des Tages. Ruhiger, froher, klarer.

Vielleicht taucht da auch so eine kleine innere Stimme auf (bei der Arbeit mit Kreativitätstechniken heißt sie „der Kritiker“), die meint, das sei nun doch ein wenig übertrieben, was Sie da so vor sich hin visioniert haben.
Schicken Sie ihn auf den nächsten Berg – so dass er ganz winzig und weit weg ist, und lesen Sie sich Ihre Aufzeichnungen noch einmal durch.

Schwelgen Sie in dem postiven Gefühl, dass diese Beschreibung Ihrer Zukunft in Ihnen auslöst. Denn das ist die Basis für alle weiteren Schritte, der Motor für Ihre Motivation, der Sie dazu bringt, ganz konkrete Schritte in Richtung Ihrer Vision zu tun und auch bei Schwierigkeiten durchzuhalten.

Dazu können Sie hier im Blog später mehr lesen…

Themen-Sammlung mit Steinen

Zu Beginn des Coachings geht es ja erst einmal darum die Themen zu klären, die anstehen. Meist kommen die Coachees mit einem konkreten Thema (oder auch mehreren), doch wie Sie auch sicher oft schon erlebt haben, verbergen sich dahinter oder darunter oft noch ganz andere Themen.

Eine kreative Methode, den Themen und ihrer Gewichtung schnell auf die Spur zu kommen, habe ich zum ersten Mal beim momentanen Coaching in der Türkei ausprobiert.
(Ich biete im Frühjahr und Herbst neben meinen Seminaren jeweils eine Woche Einzelcoaching an).

20160502_111652Die Coaching-Klientin bekommt als erste Aufgabe, ca. 10 mittelgroße Steine am Strand zu suchen und noch einen Schwung ganz kleine und diese zum ersten Treffen mitzubringen.

Im nächsten Schritt soll sie überlegen, welche Themen sie in der Woche bearbeiten möchte und zu jedem Thema spontan einen Stein auswählen. Ebenso spontan (also ohne großes Nachdenken und Anlalysieren) eine entsprechende Stiftfarbe auswählen(Lackmarker) und damit das Stichwort auf den Stein schreiben.

Beispielsweise Arbeit oder Familie oder Zeitmanagement oder was auch immer.

Danach soll sie diese in eine Reihenfolge bringen bzw. in einen Kreis legen. Was kommt an erster Stelle, was danach etc. Also eine Gewichtung vornehmen.

Zu den großen Themen können dann noch Details oder Unterthemen auf die kleinen Steine geschrieben und diese dann zugeordnet werden.

Es empfiehlt sich, dann von der ersten Varianten ein Foto zu machen, weil sich das im Laufe der Arbeit oft ändern kann.

Frage: Sind das alle Themen, die dich im Moment beschäftigen?

Daraufhin folgen dann manchmal noch weitere Themen, die sogar die wichtigsten sind!! Das kann so etwas sein wie „ICH“ oder „Freiheit“. Und die Erkenntnis: „Ich komme zuletzt!“

Damit ist man schon mitten drin im Thema.

Zuletzt kann sie noch auf die Rückseite der Steine mit Lackstiften malen- auch hier, ohne bewusst zu übergelegen, sondern einfach Farben und Formen entstehen lassen.
In den Bildern wird dann auch oft noch etwas deutlich, dass für das weitere Coaching erhellend ist.

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Fehler sind was Wunderbares!

Theater-19„Aus Fehlern lernen“ heißt es ja immer, trotzdem machen wir in der Regel nicht gerne Fehler, sondern ärgern oder schämen uns, wenn wir einen gemacht haben.

Doch manchmal erlebt man auch Überraschungen, die diese Redewendung beweisen oder erweitern. Zum Beispiel: „Durch Fehler neue Erfahrungen machen.“

Dazu möchte ich von einem aktuellen Fehler berichten, der mir Freitagabend passiert ist.

Ich wollte noch schnell, bevor hier in der Türkei meine Coaching- Woche und das anschließende Seminar beginnen, einige Blogbeiträge schreiben und zumindest den ersten Newsletter fertig schreiben und alles zur späteren Veröffentlichung programmieren. So dass sie nach und nach erscheinen, während ich mit meiner Coaching-Klientin durch die Berge wandere oder am Strand Yoga mache.

Bevor ich die Newsletter verschicke, schicke ich immer einen Test-Newsletter an mich selbst und kontrolliere dann in Outlook, wie er da erscheint und teste noch mal alle Links.

Das wollte ich auch Freitagabend bzw. –Nacht machen, es war wohl schon nach 23 Uhr.

Und stelle mit Entsetzen fest: ich hatte wohl auf die falsche Zeile geklickt. Nicht auf Test-NL, sondern an alle Newsletter-Abonnenten. O was für ein Mist.

Eine doofere Zeit als Freitagsnacht kann man sich für einen Newsletter wohl nicht denken! Zum Glück fiel mir noch ein, dass ich dann auch ganz schnell einen Blogbeitrag freischalten muss, der erst Montag veröffentlicht werden sollte.

Nachdem ich also nichts mehr machen konnte (die ersten 200 waren schon weg, wie sollte ich es jetzt noch stoppen??), dachte ich dann schon: naja, mal sehen. Vielleicht lesen ja auch einige Leute am Wochenende ihre E-Mails? Oder haben gerade dann besonders Zeit, auch mal den Newsletter zu lesen und klicken auf die dort verlinkten Blogbeiträge?

Entsprechend setzte ich dann Samstag auch noch entsprechende Tweets und Posts bei Facebook ab.

Und siehe da, schon am Samstag kamen die ersten Kommentare zum Blogbeitrag: „Nein, es kann nicht jeder ‚einfach mal so‘ gute Online-Seminare geben!“ Und auch am Sonntag.

Gerade dieser Beitrag lag mir wirklich sehr am Herzen und so freut es mich besonders, dass mein Fehler offensichtlich keine Nachteile hatte.

Das wird mir vielleicht auch helfen, auch beim nächsten Fehler gelassen zu bleiben und mir zu sagen: „Oh spannend, mal sehen, welche neuen Erfahrungen ich dadurch mache“.